Dachschmuck

Heute lernt Müller wieder was. Der Begriff Dachschmuck ist ihm bis dato unbekannt. Gut, Moos auf Ziegeln oder glasierte Ziegel kennt er schon. Aber Schmuckstücke auf Dach, davon hat er keine Ahnung.

Hier in BODENMAIS gibt es ein Geschäft das solchen anbietet. Verkauft werden Dachziegel auf denen Tonfiguren angebracht sind. Dabei ist der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Vom tönernen Kaminfeger zur Katz die einen Buckel macht oder dem Schlafwandler der über den Dachgiebel läuft kann so manches gekauft werden. Hier des Müllers Favorit:

Schlafwandler mit Laterne

Was brauchen wir nicht?

BETON!

Die GÖLTZSCHTALBRÜCKE wurde aus über 26 Millionen Ziegel und 17’ooo m3 Sand erstellt. Bauzeit: 1846 – 1851. Höhe: 78m. Länge: 574m. Vier Etagen mit 81 Bögen. Steht bei NETZSCHKAU. Wird heute noch von Eisenbahnzügen befahren.

Also nochmal, warum brauchen wir überhaupt Beton?

Segeln über Asphalt

Frühmorgens in Crest hängt eine graue Wolkendecke am Himmel. Kein Blau und kein Sonnenstrahl ist da oben zu sehen. Im Stadtzentrum finden wir nach einigem Hin und Her den Parkplatz für Wohnmobile. Den teilen wir vor allem mit französischen Personenwagen. Die belegen bevorzugt die grossen Parkflächen und zwingen so uns Mobilfahrer zu gewagten Manövern. Ich stelle den Fridolin zuhinterst, über zwei PkW Parkflächen. Damit kann ich nach kurzem Rückwärtsfahren auf die Ausfahrt rollen. In der Stadt sind in einer sehr langen Gasse Marktstände aufgebaut. An den quetschen sich unglaublich viele Leute vorbei um einzukaufen.

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Wirklich erwähnenswert ist der steile Aufgang zur Burg

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und die Aussicht über die mit Ziegeln gedeckten Dächer.

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Sonst nichts Aussergewöhnliches. Wir verlassen die Stadt in Richtung Süden. Rollen auf die Bois de Alles zu. Die 481 Meter über Meer empfinden wir ganz anders als zuhause. Eine völlig andere Landschaft tut sich einem von da oben auf. Wir lassen unser Fahrzeug den Berg in der Ebene hinuntergleiten. Das Reisemobil rollt weiter, ohne dass man auf das Gaspedal stehen muss. Schnell wird klar wer die grauen Wolken vom Himmel fegt. Der Nordwind auch Mistral genannt hat eingesetzt. Über Asphaltwellen schiebt der Wind unser mobiles Heim unaufhaltsam dem Ziel entgegen. Am Ziel angekommen, stellen wir unser Gefährt auf den Parkplatz vor dem Städtchen Grignan. Hier bläst der Wind derart, dass wir meinen auf See zu sein. Stimmt ja irgend wie, werden doch große Wohnmobile auch als Landyachten bezeichnet. Wobei unser Mobil eher als Nussschale durchgeht.

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Wir geniessen das Schaukeln und Rütteln der Böen, schauen einander nach einem besonders starken Windstoß kurz an, um darauf wieder zu lesen und zu schreiben. Ferien in der Dauphiné können wie ein Segeltörn sein.