Schnell

Oder rasch, gar unerwartet kann es passieren, dass sich des Müllers reisemobiler Alltag ändert. So auch auf dieser Fahrt in Italien. Die dauerte schon über vier Wochen. Abwechslung gab es bisher genug. Es war keines Falls eine Notwendigkeit gegeben, das eingespielte Hin und Her zwischen Herr und Frau Müller einer Zerreißprobe auszusetzen. Zumal die Hauptprobe in der gleichen Sache im Frühling dieses Jahres schon statt fand.

Damals wurde diese von den Müllers mit Bravour gemeistert. Brauchte etwas viel Aufwand, aber letztlich konnte sich das Resultat sehen lassen. Warum das Schicksal wieder das selbe Vorgehen für eine Probe wählte, entzieht sich Müllers Kenntnissen.

Um Risse ging es in dieser Reisprobe auch dieses Mal. Keine die mit Klebeband gesichert werden könnten. Keine die man einfach mit einem Spachtel und etwas Mörtel ausbessert. Die Risse taten sogar richtig weh. Zum schreien weh! Jedenfalls der Frau Müller. Die klopfte nachmittags mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Reisemobil-Eingangstüre um den Blog schreibenden Gemahl hinter seinem Klapp-Top hervor zu holen.

Der Müller durfte sich darauf mit elastischer Bandage und Arnika-Salbe bei seiner Gemahlin beliebt machen. Die musste auf dessen Geheiss, im hingestellten Klappstuhl Platz nehmen und das linke Beine auf dem Kissen, welches auf dem Beistelltisch lag,  hochlagern. Danach wurde eingebunden.

Der Aufwand lohnte. Es gab keinen dick geschwollenen Fuss wie im Frühjahr. Keinen Besuch beim Arzt und auch kein Röntgen im Spital. Einen Bluterguss bis zu den Zehen aber schon.

IMG_7203 Kopie

Und eine Ansage vom Müller die seiner Holden überhaupt keine Freude bereitete:
„Noch einmal liebe Frau, dann werden Gehhilfen Standardausrüstung im müllerschen Reisemobil.“

 

Sahara im Haus

Wer kennt es nicht in dieser Jahreszeit. Dieses Kitzeln in der Nase, das Kratzen im Hals oder das Ringen nach Luft. Die Haut von Hände und Finger, trotz täglicher Pflege mit einer der großartig angepriesenen Cremes haben Risse und der alte Parkettboden bekommt Fugen. IMG_0779 KopieDann, ja dann ist die Zeit für ihn gekommen. Er muss die noch trockene Luft in einen Zustand bringen den die Atemwege, Hände und der „Chlötzli“-Parkett mögen. Fenster und Türen aufreissen alleine hilft bekanntlich nicht, da die winterliche Aussenluft noch viel trockner daher kommt als die, welche in der Wohnung gerade vorherrscht.

Heute verlies der Zeiger des müllerschen Hygrometer den grünen Bereich, was den Herrn der Wohnung veranlasste in seinen Keller zu steigen um den schwarzen Klotz auf Rädern aus der Versenkung zu holen. Er füllte in mit Hygienemittel und Wasser und lässt ihn nun bis zum Frühjahr seine Arbeit verrichten. IMG_0780 KopieAb und zu bekommt er Wasser, dazu als Belohnung en Gutsch vom Hygimittelchen . Luftwäscher wird der Klotz genannt, versetzt die Raumluft dezent mit Feuchtigkeit. Das Kitzeln in der Nase und die anderen Unannehmlichkeiten sind für die nächsten Monate Geschichte. Die saharaähnliche Luft weicht und die Wohnung wieder die gewohnte Wohlfühl-Oase.