Für alle, aber besonders

für die Nebelgeschädigten: „Es wird auch wieder mal die Sonne scheinen!“

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Nebelspiel

der Notiznagel verrät:

Heute machte sich der Müller nicht faul, nur etwas müde (warum kommt später), auf die Suche nach der Sonne.  Wo er wohnt, deckelte eine dichte Nebelschicht die Landschaft. Kein Strahl Sonne liess die Decke durch. Müller war dies zuviel des Grauens.

Der Wetterbericht meldete Nebelobergrenze 1100 Meter über Meer. Wie die das immer so genau wissen können. Ob darüber die Sonne scheint, berichtet sie nicht. Kann im Internet erforscht werden, ist doch einfach. Braucht etwas Zeit, ist meist aussagekräftig.

Müller tippte in die Suchmaschine den Begriff „webcam“ und rieb sich erstaunt die Augen. Auf dem Bildschirm Menschen, in komischsten Posen und dazu trugen sie keine Kleider! Zweiter Versuch mit Zusatzbegriff „wetter“. Besser, nun waren Landschaften auf dem Schirm zu sehen, die gesuchte Gegend schnell gefunden und gezeigt wurde hurra, Sonnenschein. Gehen wir.

Was heisst da: „gehen“? Müller hatte nach einer kurzen Nacht ausgiebig in den späten Morgen geschlafen. So wurde es inzwischen Mittag. Gut, eine Ausnahm Ins Auto gesessen. Abfahrt. Erst weit unter der nebligen Decke dem See entlang, dann den Berg hoch. Immer höher und höher. Rein in die Nebeldecke. Autos kommen in Schleicherfahrt entgegen. Runter vom Berg. Müller drückt aufs Gas. Hält Ausschau. Wann kommt sie bloss. Vorbei beim ersten Parkplatz der in milchiger Suppe unappetitlich daliegt. Weiterfahrt zur nächsten Parkmöglichkeit. Und da, 50 Meter vor dem Plätzchen, dieses Bild:

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Hurtig aussteigen, die Füsse in die Wanderschuhe gesteckt und losmarschiert. Die Nebel Oberfläche ist ganz nahe. Der Wind spielt mit den Nebelfetzen. Treibt sie hin und her.

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Schliesslich sinkt die graue Watte und gibt den Blick frei. Die zwei besten Bilder welche der Müller in sein Fotoarchiv schob, holt der Notiznagel für euch nochmals hervor.

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Inzwischen ist die Dunkelheit um Müllers Wohnblock unterwegs. Sie schlürft die grauen Nebel in den Bauch ihrer Unendlichkeit. Nur bis morgen früh, wenn sie bei Tagesbeginn die graue Suppe wieder ausspuckt und wir uns aufs Neue nach Sonnenstrahlen sehnen.