kalt, kälter am kältesten

Auf Umwegen erfuhr es der Müller. In Deutschland gibt es ein Sibirien. Vielleicht auch mehrere. Je nach dem wie man es sich zurecht legt. Aber in Bayern, nahe zu Vorarlberg soll es eines geben. Vorarlberg liegt nahe bei Lichtenstein und der Schweiz. Warum also nicht Ende Februar mal mit dem Reisemobil dahin fahren. Ist nicht so weit und hierzulande hat es in mittleren Lagen eh nicht genug Schnee um mit den Schneeschuhen rum zu latschen. Bei BALDERSCHWANG gibt es einen Hinstellplatz für WoMo’s. Der Ort lockt Touristen mit dem Versprechen: „Hier finden sie das Sibirien von Bayern“

Wie Müllers in den Ort fahren merken sie schnell, dass der Winter auch in bayrisch Sibirien mit viel zu hohe Temperaturen durchzieht. Die Landschaft braun, ein paar wenige Fleck Schnee an den Hängen. Die Sportanlagen ausser Betrieb. Der Wind föhnig, also recht warm. Der Wetterbericht vielversprechend, weil Niederschlag gefolgt von Schönwetterphasen angesagt wurden.

Ohne Hast richteten wir unseren Stellplatz her. Strom wurde auch gleich angeschlossen. Nachtessen gab es im nahen Restaurant. Wir schliefen rasch ein, obschon der Wind nicht nach lies und munter weiter ums WoMo pfiff. Unter unseren Bettdecken eingeschlummert merkten wir nicht, dass der Wind im Laufe der Nacht aus einer anderen Richtung zu wehen begann.

Wie wir morgens erwachten umgab uns Stille. Von der nahen Strasse kein Fahrzeuglärm zu hören. Keine Stimmen von den Gehwegen. Nur wer den Atem anhielt um noch besser zu hören vernahm ein feines Klirren vom WoMo-Dach. Dem Müller dämmerte es rasch.

ES SCHNEIT ……  Freude herrscht! ……. ES SCHNEIT

Und wie. Als der Müller die Wohnraumtüre öffnete, sperrte sich dieser eine riesige Schneeverwehung entgegen. Trotzdem zwängte sich Müller durch den schmalen Spalt nach draussen. Worauf er bis über die Knie im Schnee steckte. Schnell wieder in die Wärme. Da draussen ist es sehr kalt geworden, Sibirien halt!

Passt, aber was geschieht mit dem vielen Schnee um unser Fahrzeug und auf dessen Dach. Das Laufen verschieben wir mal schön Herr Müller.

JETZT WIRD GESCHAUFELT …….. und geschaufelt …… und geschaufelt.

Erst wir die weissen Pracht vom Dach geholt. Schneehöhe da oben um die 30cm. Dann weiter schippen ums Fahrzeug rum. Bis am Nachmittag war die Umgebung unserer Bleibe in feinster Schweizer Handarbeit vom Schnee befreit. Die Lust noch die Schneeschuhe anzuschnallen war in den moralischen Keller gerutscht. Ein kurzer Spaziergang in den Ort musste genügen.

Wir waren beinahe die einzigen auf dem Platz welche Schneeketten, lange Ausziehleiter und grosse Schaufel mitführten. Vor allem die Ausziehleiter wurde zum begehrten Artikel. Verwunderlich wie sorglos die Menschen in die Berge fahren. Studieren die überhaupt den Wetterbericht für kommende Tage?

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Die Müllers schon. So wussten wir um das schöne Wetter am nächsten Tag. Die Schneeschuhe kamen gebührend zum Einsatz. Mit was wir allerdings nicht rechneten war das Ausmass der nachfolgenden Schlechtwetterfronten. Das Spiel mit Leiter und Schaufeln wiederholte sich noch zweimal. Jedesmal unterbrochen von einem traumhaft schönen Wintertag.

Ziel erreicht. Wir lernten bayrisch Sibirien mit all seinen Facetten kennen und kehrten platt vom vielen, teils ungewohnten Sport zufrieden nach Hause zurück.

war mal weg

Müller war mit seinem Reisemobil im hohen Schwarzwald. Die Wetterverhältnisse waren außergewöhnlich. Die Bise pfiff um jede noch so kleine Ecke, Haus oder Mobil egal, keine Ausnahme. Die Anreise war eine ziemlich Spannende. Nicht bloss die stetig wachsende Schneehöhe am Strassenrand erstaunt den Müller, mulmige wurde es in dessen Magengegend beim Anblick der Schneeverwehungen auf der Fahrbahn.

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Auf dem Wohnmobil-Stellplatz ging es im Gegensatz zum Herbst beschaulich ruhig zu und her. Die Anzahl winterbegeisteter Mobilfahrer war bescheiden. Kein Wunder, die Lufttemperatur lag bei -15°C. Dazu der schon erwähnte kalte Wind. Welcher die Eiskristalle zwischen  den Fensterdichtungen  und den Glasscheiben ins Wageninnere presste.

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Dafür war die Winterlandschaft eine echte Entschädigung. Müller war mit den Schneeschuhen unterwegs und genoss jede Minute. Klamme Finger inklusive

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Eines steht fest. Auch wenn es draussen bitter kalt wird, auf Fridolin ist verlass. Müller freut sich auf weitere derartige Landschaftsbilder:

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zu heiss zu kalt.

„Heiss ist ungesund!“

„Kalt ist ungesund!“

„Nein, heiss ist ungesund!“

„Nein, nein Kalt!!“

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Müller geht unter die Dusche, überlässt die gefüllte Wanne seiner Mitstreiterin.

Gesund oder nicht, genüsslich dreht er den Warmwasserhahn etwas weiter auf.

„Warm ist gesünder, bestimmt!“