nicht wählerisch

In anderen Berichten schrieb Müller zu seinen Erfahrungen mit gekauften und selber gefertigten Insekten- und Wildbienenunterkünften. Heute erzählt er von der zweiten Eigenkreation welche er den summenden Besuchern zur Verfügung stellt.

Müller kauft sich im Baumarkt Bambusrohre als Meterware. Die scheidet er so in Stücke, dass der Schnitt immer nahe an einem der Stängelknoten erfolgt. Dieser Knoten bildet einen natürlichen Abschluss für die Insektenwohnungen.

Nun gilt es die Stücke zu bündeln. Einer PET-Flasche wird der Boden und das Oberteil weggeschnitten, der restliche zylindrische Mittelteil mit Rohrstücken ausgefüllt.

Die Öffnungen der geschnittenen Bambusrohre schiebt Müller auf eine Seite in gleiche Höhe. Mit weissen Kabelbinder wird das Gebilde fixiert und mittels einer Hanfschnur an die Balkondecke gehängt. Fertig und bezugsbereit.

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Spannend dabei, in der Fachliteratur wird abgeraten Behausungen für Insekten aufzuhängen. Den Insekten vor Müllers Wohnung ist das egal. Es sind heuer mehrer Einheiten bezogen worden.

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Wenn die Bambusrohre wild gebündelt an einer Wand befestigt werden, scheint dies auch egal zu sein. Auch diese Anordnung fand ihre Interessenten.

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Wer da auf Müllers Balkon dem Frühling entgegen schlummert und wieviele es sind bleibt einstweilen das Geheimnis von Mutter Natur.

 

auf und davon

Die Rede ist nicht von einer schweizerischen Fernsehsendung. Die folgenden Zeilen handeln von zwei Wischern.

Wir fahren auf der Autobahn Richtung Westen. Ziel französische Schweiz. Das Wetter, noch passabel. Laut Radiosprecher wird das in den kommenden Stunden in ein Sturmtief umschlagen.

Wir tugkerln mit dem Reisemobil gemütlich bei einer Geschwindigkeit um die 100 km/h dahin. Tatsächlich, wie vorhergesagt beginnen sich Regentropfen auf der Frontscheibe bemerkbar zu machen. Von Minute zu Minute werden es mehr, bis von einem Starkregen berichtet werden muss.

Ab den ersten Tropfen kommen die Wischer zum Einsatz. Die beiden unentbehrlichen Helfer huschen vom Motor unter der Fronthaube getrieben von rechts nach links und wieder zurück. Eigentlich kein nennenswerter Vorgang, wenn da nicht plötzlich ein Endstück des einen Wischer das Weite in die Ferne der Autobahnwelt antritt.

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Von einer zur anderen Sekunde verspürt der Gummistreifen in seiner Halterung keinen Rückhalt mehr und beginnt sich mit jedem Wischvorgang weiter aus dem Spannbogen davon zu machen. Ein Reparatur ist unumgänglich, wenn der Bogen nicht ohne Gummi über die Windschutzscheibe schippern soll.

Nach endlos scheinenden Minuten kommt ein Parkplatzschild in Sicht. Noch einen Kilometer bis zur Ausfahrt, der Gummi schiebt sich immer weiter aus der Führung. Inzwischen schwingt geschätzt, ein zwanzig Zentimeter langes Stück durch die regengetränkte Luft vor unserer Windschutzscheibe. Wir verlängern das Wischintervall bis wir kaum mehr durch den Wasserfilm auf die Fahrbahn sehen können.

Endlich kommt die Ausfahrt auf den Parkplatz in Sicht. Schnell in eine Parkbucht gefahren. Raus in den Regen. Der Schaden wird besichtigt und die Reparatur beginnt.

Das Gummistück hat zum Glück keinen Schaden genommen und kann in den Haltebogen zurück geschoben werden. Wie aber kann das Stück Gummi an seinem Platz gehalten werden ohne die Funktion des Wischens zu beeinträchtigen oder die Scheibe zu beschädigen?

Wieder mal kommt eines von Mobilfahrers geliebtes Hilfsmittel zu Einsatz: der Kabelbinder. Kunstvoll um das Bogenende gewickelt, den Nippel durch die Lasche gezogen, fertig. Der Wischergummi kann sich nicht mehr aus dem Staub machen.

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