Ausgrüstet

Es regnet! Kein Gewitter, ein feiner Landregen geht seit gestern Abend über dem LAMERWINKEL nieder. Endlich meint Frau Müller, reibt sich die Hände mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Dem Müller dämmert es. Die Wanderschuhe kommen auf unserer Reise zum ersten Mal zum Einsatz. Regenhose, Regenjacke angezogen, Stoffsäcke, Brotzeit und Messer in die Rucksäcke gepackt. Regenhüte aufgesetzt. Abmarsch Richtung ČEKAN ein Berggipfel in der Nähe.

Nach 30 Minuten der erste Abstecher von Frau Müller neben den Wanderweg. Nicht ohne Folgen! Die Wanderung musst abgesagt werden. Stoffsäcke und Messer aus dem Rucksack gekramt und im Nu die Säcke mit lecker Steinpilzen gefüllt.

Mit prallen Säckchen laufen Müllers zurück zum Ausgangsort um das vor Wochen an der Ostseeküste erstandene Dörr-Gerät in Betrieb zu nehmen. Mal sehen was dieser Reisemobil-Ausrüstungs-Gegenstand zu leisten vermag. Über Stromverbrauch und dessen Kosten schreibt der Müller später.

30 Minuten Arbeit ….

Ka(c)ki-Maniea

Die ganze Wohnung duftet wundersam süsslich. Auch die Raumtemperatur ist über den Durchschnitt geklettert. Bei Müllers herrscht seit gestern nachmittag Ausnahmezustand. Nach einem freundschaftlichen Anruf mit einer Einladungsabholung von Freunden steht eine Plastikkiste randvoll gefüllt mit orange-gold farbigen Kaki-Früchten in Frau Müllers Küche. Diese wurde vor wenigen Tagen gründlich geputzt, aber die Verarbeitung der Süssigkeiten geht vor. Klebrige Küchenzeile hin oder her.

So wird Frucht für Frucht gereinigt. Danach entschieden was daraus werden soll, Marmelade oder Trockenfutter für radelnde Müllers. Die weichen Früchte werden geschält, verhackstückt, dann püriert und in fein schmeckende  Marmelade verwandelt.

Die festeren Früchte werden ebenfalls geschält, dann auf einem Hobel in Scheiben geschnitten und die auf den runden Siebgittern des Dörrex zum trocknen aus gelegt. Eigentlich weilte das Trockengerät für die Winterpause im tiefen Keller. Doch der Müller erhielt vom Chef Küche, den Auftrag das Gerät aus seinem Winterschlaf zu rütteln und nach oben zu bringen. Statt Pilze hilft es nun Süsslinge als Wegzehrung für Wanderer oder Radfahrer herzustellen.

Chips aus dem Wald

Chips vom Acker, kein Problem. Die Firma mit dem grossen „Z“ aus der Schweiz, machen es mit den drei orange-gekleideten Männer vor.

Aber Chips aus dem Wald. So einfach wie in der Werbung ist dies nicht. Zugegeben, ganz im Wald findet man die Chips nicht. Auch nicht wenn man sich goldfarben anzieht. Tipp, Sie verstecken sich meist am Waldrand. Zur Tarnung wachsen sie unter welkem Gras. Dessen gelbe Farbe übernehmen sie so exakt, dass des Suchers Auge schon genau hinsehen muss um die Köstlichkeit auszumachen.

Merkt man sich frühere Fundstellen, wird es einfacher und der Sammelkorb füllt sich im nu bis zum Rand. Nur ist der Inhalt in dem Moment noch keine richtiger Chipshaufen. Dazu bedarf es einer Trockenanlage in Form eines Dörr-Ex. Auf dessen Sieben werden die Pfifferlinge mit dem goldenen Stiel ausgebreitet und getrocknet.

Goldstielige getrocknet, abgefüllt im Glas
Goldstielige getrocknet, abgefüllt im Glas

Ist der Trockenprozess beendet, steht dem Genuss der so entstandenen Chips nichts im Wege und zum Apéro überrascht man seine Gäste damit garantiert.