Gestern

Gestern besuchte Müller wiedermal die Versickerungsstellen bei Immendingen. Es war einer der 155 Tage wie auf dem Holzschild beschrieben. Das Bett der Donau an mehreren Stellen knochentrocken:

Wen es interessiert, hier mehr dazu: Donauversickerungen im Wikipedia

 

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Wie viel darf ein Fahrradsattel kosten?

Für Euch und nur für Euch eines der müllerschen Erlebnisse um Fahrradsättel. Auch als nicht Betroffener, nur Beteiligter bleibt ihm die Geschichte sein Leben lang in Erinnerung.

Mit den Tourenrädern unterwegs bemerke ich wie die Fahrerin vor mir um einiges langsamer in die Pedale tritt. Mein Fragen nach dem Grunde wird nicht schlüssig, eher abweisend beantwortet. So rolle ich mein Fahrrad munter pedalend vor das der Fahrerin. Mein Windschatten scheint die Stimmung der Begleitung nicht heben zu können. Im Gegenteil, immer wieder muss ich meine Fahrt verlangsamen um die Fahrerin an mein Hinterrad aufschliessen zu lassen.

Abends im Zelt, kein Witz, wir übernachten auf einem Campingplatz Nahe Regensburg, wird das Übel von meiner Mitreisenden preisgegeben. Mir stockt bei dessen Anblick der Atem. Vorbei die Reise, ab zum nächsten Bahnhof, Fahrkarten kaufen, so mein Gedanke. Welcher ich auch aussprach, nachdem die Hose der Fahrerin wieder hochgezogen war. Kein Problem meint Sie, etwas Salbe, das heilt schon wieder zu.

Anderntags wird nach wenigen hundert Metern klar, dass die Salbe noch gar keine Wirkung entfaltet hat. Die etwa sechs Zentimeter lange und einen Zentimeter breite Blase entlang der Sitzfläche hat Bestand und muss fürchterliche Schmerzen verursachen.

Meine Gedanken kreisen. Klar, ist schnell was die Ursache für das Übel ist. Der Fahrradsattel, er hat Schuld! Warum? Ein Herrensattel hat nichts an der Anatomie einer Dame zu suchen. Zwar fuhren wir das geliehene Fahrrad mehrere Tage zuhause ohne Probleme. Jedoch trug die Testperson eine andere Radhose als in den letzten Tagen. Diese Kombination, Herrensattel mit anderer Radhose  und viel Reibung verursachte die Riesenblase. Lösung, andere Radhose und NEUER VELO-SATTEL.

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In der nächsten Stadt finden wir ein Radsportgeschäft. Vor dessen Eingangstür werken diverse Leute an defekten Tourenräder. Wir verziehen uns, mit unserem doch sehr intimen Problem im Geschäft in die Ecke mit den Fahrradsätteln. Nun beginnt die Qual der Wahl. Eines ist klar, der Sattel muss genügend kurz und breit sein. Die restliche Beschaffenheit egal, Kosten Wurscht.

Meine Mitfahrerin hält entschlossen ihren neuen Untersatz in der Hand und schreitet zur Kasse. „Moment“, rufe ich, „passt der Sattel auf die Stütze.“ „Montieren sie ihn. Sie können anschliessend bezahlen.“ Draussen vor der Tür geselle ich mich zu den anderen Hobbyfahrradmechaniker. Neben mir versuchen zwei Mädel zum Wechsel eines Tretlagers einen Mechaniker zu bezirzen. Der bleibt hart und gibt nur Tips. Das Werkzeug können wir gratis nutzen. Bezahlt wird bloss das Material. Nach einigem Gefummel ist der Herren- gegen den Damensattel getauscht. An der Kasse trifft mich der sprichwörtliche Schlag, wie mir die Kassiererin den Preis des neuen Sattels sag: „Macht neunfünfundneunzig.“ Ich muss sie entgeistert anschauen: „neunfünfundneunzig“, wiederholt sie, „in Deutschmark,“ fügt sie lächelnd hinzu.

Wir haben die Tour entlang der Flüsse Donau und Inn nach weiteren zehn Tagen in Schuls in der Schweiz beendet. Der Sattel tut heute noch seinen Dienst, auf dem neuen Tourenrad der mir inzwischen sehr nahestehenden Radfahrerin.

Start der Radtour 2013

„Ihr Feriensaldo muss kleiner werden. Das kann nicht schwierig sein. Mindestens drei Wochen müssen weg.“ Der Chef sagt dies mit einem Ton, der den Müller aufhorchen lässt. „OK, mach ich mir ein Geburtstagsgeschenk. Die Ferienmeldung folgt.“ Müller zieht von dannen.
Drei Wochen mit dem Tourenrad, die Gedanken in Müllers Kopf rattern drauflos. Wo hin? Drei mal sieben Tage Zeit. Jeden Tag so um die 100km. Das Rattern hat bald ein Ende, der Entschluss wird schnell gefasst. Hamburg retour!

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KURZFASSUNG: Zugfahrt nach Hamburg, den Flüssen Elbe, Moldau entlang über Prag nach Linz in Österreich. Weiter neben den Flüsse Traun, Ager zu den Salzburgerseen, dann hinunter nach Salzburg. Über Kitzbühl, Innsbruck, Landeck zurück in die Schweiz.
Die ersten beiden Wochen sind in fixe Strecken und bestimmte Aufenthaltsorte aufgeteilt. Die dritte Woche der Reise wird ohne vorbestimmte Ziele genüssliche geradelt oder Bahn gefahren.

ERKLÄRUNG: Es wird euch nicht entgangen sein, dass ein grosser Teil der geplanten Tour durch die Hochwasser-Katastrophengebiete in Deutschland, der Tschechoslowakei und Österreich führt. Da ich schon vor mehreren Wochen Reservationen für Bahntransport sowie Unterkünfte platzierte, will ich die Reise anzutreten und wo nötig Ausweichstrecken einzuschieben, um den Tourismus in diesen Regionen wenigstens ein kleines Bisschen anzukurbeln.

WICHTIG: Müller stellt während der ersten beiden Wochen täglich einen Blog-Beitrag mit Streckenkarte und Links zu den besuchten Orten ein. Euer Kommentare kann er nicht  sofort beantworten, der „Läppi“ (Notebook) bleibt daheim. Ob sich frei zugängliche PC’s in den jeweiligen Unterkünften finden lassen, wurde nicht geklärt. In der dritte Woche ist Notiznagel-Abstinenz angesagt.
Aktuelles zu Müllers Radtour kann während der ganzen Zeit in Twitter unter Notiznagel nachgelesen werden. Das Lesen  ist auch für jene die nicht bei Twitter angemeldet sind möglich.

Bis bald
Der 60-jährige Müller