rund um den Kaiserstuhl

Kulinarischer Genuss und ein Defekt.

Ausgeruht, weil gut geschlafen, gestärkt mit einem üppigen Frühstück fahren wir nach getaner Mobilhausarbeit mit den Fahrräder los. Wie gestern haben wir die Trikots ohne Ärmel angezogen. Es soll heute heiss werden. Das GPS macht von Beginn weg seine Arbeit. Wir können entspannt dahin fahren. Ach ja, habe ich noch nicht erwähnt. Die Route führt uns um den Kaiserstuhl.

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Wir rollen an geschwungenen Bachläufen entlang, zwischen Obstplantage hindurch. Herrlich. Gegen Mittag macht sich der Hunger bemerkbar. In Leiselheim finden wir eine Gaststätte welche Spargelgerichte anbietet. Angehalten und im Biergarten im Leiselheimer-Hof platzgenommen. Wir bestellen Burgunderweisswein, 

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Spargel mit Kratzte, eine Portion Schinken und einen Liter Wasser.

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Nach diesem kulinarischen Hochgenuss fahren wir weiter. Über Königschaffhausen, Endingen, Forchheim fahren wir zurück an den Müller-See wo unser Reisemobil abgestellt ist. Heute sind wir 55km geradelt.

Nun gilt es für Müller sein handwerklichen Fähigkeiten zu beweisen. Heute morgen, zum Glück nach den Mobilhausarbeiten versagte die Wasserpumpe ihren Dienst. Was zwar nicht ganz stimmt, den der Mikroschalter in der „hochwertigen Küchenarmatur“ gibt seinen Befehl „Pumpe ein“ in der Warmwasserstellung an das Steuergerät weiter. Stellt man den Hebel auf Kaltwasser läuft die Pumpe nicht mehr an. Und nun, am späten Nachmittag geht gar nichts mehr. Mist, Das Voltmeter hat Müller schnell zur Hand. Die Anschlüsse an die Wasserpumpe müssen in der Sitzbank unter einem Wirrwarr von Elektrik Kabeln hervor gekramt werden. Auf dem Voltmeter ist keine 12 Volt Spannung ablesbar. Da gibt es doch Sicherungen am Steuergerät. Die Sicherung auf dem Platz wo Pumpe angeschrieben steht ist nicht durchgebrannt. Müller prüft die Nächste, nicht näher bezeichnete Sicherung. Defekt, hurra Übeltäter gefunden!? Neue 10A-Sicherung eingesteckt. Wasserhahn geöffnet. Pumpe läuft. Aber bloss auf der Stellung „Warmwasser“. Na auch dafür gibt es eine Lösung. Ein Schalter wird parallel zum Mikroschalter unter dem Waschbecken montiert. Jetzt läuft die Pumpe in jeder Stellung des Armaturenhebels an. Nur darf nicht vergessen werden den Zusatzschalter ein- und auszuschalten. Ja, eine Druck- statt einer Tauchpumpe wäre eine feine Sache. Müller muss mal nachdenken.

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nördlich vom Kaiserstuhl

Freitagmorgen, Anlaufschwierigkeiten und lästige Biester.

Geschlafen haben wir nicht schlecht. Die Geräusche von der in der Nähe durchführenden Autobahn störte uns jedoch mehr als erwartet. So sind Müllers schon morgens um 07:00 Uhr auf den Beinen. Für heute ist eine Radtour zum Rhein mit Weiterfahrt Richtung Norden am Rheinufer entlang geplant. Das GPS-Gerät will uns erst nicht auf der angegebenen Route führen. Nach erneutem aus-einschalten des kleinen Helfers, kommen es und wir schliesslich auch noch in die Gänge. Wir nehmen flotte Fahrt im Gegenwind auf und schauen uns während dem Fahren die Gegend an. Flach führt der Weg dahin. 

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Die Obstbäume stehen in voller Blütenpracht. Sie sind eine Eigenweide. Wie wir am Flussufer des Rheins anlangen, haben wir laut GPS gerade mal 12 Höhenmeter bezwungen. Wie geplant geht die Fahrt auf dem Rhein-Damm in Richtung Norden weiter. Die Idee am Fluss zu fahren, stellte sich schnell als Fehlplanung heraus. Nicht der Gegenwind oder schlechte Fahrbahn sind der Grund. In grosser Zahl und schneller Folge prallen wir mit Mückenschwärmen zusammen. Die Viecher sind zwar noch klein, aber wer ein Solches einatmet, ist sich eines veritablen Hustenanfalles sicher. Müller trifft es zuerst. Er spuckt und hustet, 

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derweil Frau Müller sich einen besonderen Schutz zugelegt hat.

Zum Glück können wir unserer Route folgend das Flussufer bald wieder verlassen und fahren durch den Auenwald in Richtung Rust. 

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Rust ist bekannt durch seinen Vergnügungspark. Hier wird es laut. Schreiende Menschen auf sich in die Tiefe stürzenden Bahnen. Nach dem in östlicher Richtung die Autobahn überquert ist, fahren wir wieder Richtung Süden. Die Fahrt ist nicht abwechslungsreich. Ein Reiterhof reiht sich an den Nächsten. An den Stellplatz zurück gekehrt, freuen wir uns auf die warme Dusche. Heute sind wir 65km geradelt. Zum Nachtessen wird gegrillt. Nach Neun sind wir im Bett. Heute Nacht stört der Lärm von der Autobahn schon weniger.

Riegel am Kaiserstuhl

Ein voller Wohnmobil-Stellplatz und erster Spargelgenuss.

Die Anfahrt am Donnerstag verläuft wie am Schnürchen. Einzig der zuhause ausgewählte Wohnmobilstellplatz ist belegt. Eigentlich stimmt das nicht so ganz. Einige Plätze sind frei aber mit einem kleinen Hinweisschild „Reserviert“ verziert. Die Anfrage an der Rezeption, ob heute noch ein Platz frei wird, kann nicht beantwortet werden. So fahren Müllers weiter nach Sasbach a. K. zum Einkaufen. 

Zum Glück suchte Müller schon zuhause nach weiteren Übernachtungsmöglichkeiten. Die Nächste gibt es in Riegel, am nördlichen Kaiserstuhl auf einem Stellplatz vor einem Campingplatz. Nicht teuer und mit der Möglichkeit die Infrastruktur des Campingplatzes zu nutzten.

Bei der Ankunft am Platz sind noch wenige Plätze frei. Allerdings müssen wir rückwärts gegen Süden Einparkieren, was den Vorteil mitbringt ab Mittag neben dem Womo im Schatten der Markise zu sitzen.

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Wir geniessen zum Abendessen die am Strassenrand erstandenen  Spargeln. Sie schmecken ausgezeichnet. Kein Wunder, vor weniger als zehn Stunden sind die noch im sandigen Boden gesteckt. Während sich Frau Müller um den Abwasch kümmert, plane ich im Laptop die Radtour für den morgigen Tag. Die Route wird ins GPS rübergespielt, sodass sie morgen auf dem Gerät aufgerufen werden kann. Bald ist Feierabend.

Osterwanderung

Nach dem Frühstück plant Müller mit Hilfe seines Klappcomputers innerhalb 5 Minuten eine kleine Wanderung von 16km auf sein GARMIN-GPS. Wie auch Frau Müller bereit ist, beginnt es wie aus Kübel zu regnen. Die unfreiwillige Verzögerung nutzen wir zum Lesen und Kreuzworträtsel lösen.

Dreiviertelstunden später lässt der Regen nach. Wir starten in die nahen bewaldeten Hügel. Die Reiterin welche ihr Pferd auf die Weide führt, ist die letze Person die wir für lange Zeit zu Gesicht bekommen.

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Durch den Mischwald der seinem Namen gerecht wird, wandern wir auf Waldstrassen und Pfaden. Beide sind schön angelegt und auch sehr gepflegt. Die Steigungen sind moderat. Das Ganze ist mehr ein langer Spaziergang den eine Wanderung. Leider wechseln sich Regen und Sonnenschein im 10 Minutentakt ab. Die Schirme nahmen wir statt der Wanderstöcke mit. Das war ein guter Entscheid. Erst der Aufstieg zum 486m.ü.M hohen Abtskopf bringt uns ins schwitzen.

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Oben trinken wir in der Schutzhütte unseren mitgebrachten warmen Tee, bevor der Abstieg beginnt. Wir wandern vorbei an spannend anzusehenden Objekten dem Tal entgegen.

Die Sonne zeigt sich erst wieder wie wir den Berg hoch zum Mobil laufen müssen. Eigentlich ein Glück, so können nasse Schirme und Schuhe draussen trocknen.

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Während wir drinnen, geschützt vom aufkommenden Wind unsere Kaffee und Kuchen geniessen können.

Beim Radrennen im Fernseher schauen geniessen wir ein Glas Sekt.

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Derweil  der Barometer immer schneller zu steigen beginnt. Für die Heimfahrt und das Stehen im Stau an der Grenze gibt es bestimmt schönes Wetter.

Tag des Gespräches

Noch vor dem Frühstück marschieren wir mit Senta zum Einkaufen ins Städtchen hinunter. Schon an der zweiten Weggabel treffen wir ein älteres Ehepaar das eine Strasse weiter wohnt. Über die Floskeln um die Wetterlage kommen wir mit einander ins Gespräch. Sie begleiten uns eins Stück des Weges und weisen uns den kürzesten Weg zum Lebensmittelverkauf. Beim Einkaufen kommen wir wieder mit der Fleischverkäuferin ins Gespräch das genau so freundlich verläuft wie mit den beiden älteren Herrschaften vor einer Viertelstunde. An der Kasse wiederum fragt uns ein Herr vor uns ob wir aus der Schweiz kommen. Was wir natürlich nicht verheimlichen können. Mit unserem Kratzen im Hals hört das jeder und jede sofort.

Wieder zurück packen wir gekauftes aus und stellen Senta in die Garage zurück. Beim Frühstück strahlt die Frühlingssonne ins Reisemobil. Sodass unsere Stimmung noch besser wird.

Nach dem Abwasch ziehen wir wieder Richtung Städtchen los. Ziel ist die Therme wo Frau Müller ihren Husten in der Salzgrotte lindern möchte. Am Empfang werden wir herzlich begrüsst. Die Informationen zu was wie wo sind kurz und gehaltvoll. Wir wissen nur Bescheid. Die Therme ist frisch renoviert. Alles sehr sauber. Wir fühlen uns sofort sehr wohl. Die drei Stunden sind schnell vorüber. Wie wir das Gebäude verlassen scheint immer noch die Sonne.

Vorne in der Stadt kaufen wir in der gleichen Konditorei wo wir gestern die feinen Kuchen genossen haben zwei Stück Süssigkeiten. Die tragen wir den Berg hoch. Bei Kaffee aus unserer Kaffeemaschine geniessen wir die Stücke an der Sonne vor dem Mobil.

Auch die Nachbarn setzen sich nach draussen. Auch wir holen unsere Sektgläser raus um die prickelnde Köstlichkeit an der frischen Luft zu geniessen.

Trotz Sonnenschein ist die Luft recht frische. Ein kühler Wind bläst uns mal von der mal, von dieser um die Ohren. Trotzdem Quatsch die Runde bis zum Sonnenuntergang weiter. Dann ist Schluss. Alle sind Minuten später in ihren Fahrzeugen verschwunden. Derweil Müller noch mit der Giesskanne den Frischwassertank nachfüllt und das Grauwasser zum Abwasserschacht hinüberträgt. Genau jetzt kommt es zum letzten Gespräch des Tages mit einer dem Müller völlig unbekannten Person. Der Mann führt einen belgischen Schäferhund vor bei. Der Hund aber läuft nicht weiter, kommt auf Müller zu und bleibt stehen. Sofort sind wir im beide im Gespräch über den Hund. Auch über seinen Meister erfährt der Müller Interessantes. Der ist früher in Helikopter als Bordmechaniker mitgeflogen. Das Besondere dabei war, im Flug wurden mittels einer hängenden Säge Bäume in Waldschneisen von Hochspannungsleitungen geschnitten. Eine hoch riskante Arbeit. Die viel Können von den Piloten und Begleitern verlangt. Das Sägen von Bäumen aus der Luft, davon hat Müller noch nie gehört und wieder was gelernt.

Überhaupt, der Tag war spannend, lehrreich dank viele guten Gesprächen mit unbekannten Leuten und voller Sonnenschein obendrein.

Zum Abschluss noch der Vollmond über dem Pfälzerland:

Bad Bergzabern

Die Nacht auf dem Stellplatz in Breisach verschlafen wir wie Murmeltiere. Die Heizung startet um 07:00 Uhr. Noch eine halbe Stunde dösen bevor Müller sich in den Waschsalon begibt. Das Warmwasser ist noch nicht so richtig heiss. Erinnerungen an Militärdienstzeiten kreuzen die müllerschen Hirnwindungen. Nach dem Schichtwechsel im Salon bereitet Müller das Frühstück, derweil Frau Müller sich mit noch mehr Schönheit ausstattet.

Nach dem Frühstück, frische Brötchen wurden ans Mobil geliefert fahren wir los. Erst über Landstrassen, dann über die Autobahn kommen wir zügig voran. Wir passieren die französische Grenze. Müssen beim ersten Kreisel für mehrere Polizisten das Tempo drosseln. Werden schliesslich weiter gewunken. Die Fahrt führt über mehr als 20km durch ein Waldgebiet. Auf der schmalen Strasse ist Fahrzeuge kreuzen lassen schon beinahe ein Kunst. Dank diesem Ausflug in die Natur sind wir schnell in Bad Bergzabern unserem Ziel. Den Ort haben wir wegen seiner kleinen feinen Therme mit Salzgrotte ausgesucht. Zur Unterbringung des Reisemobiles fahren an den Liebfrauenberg hoch. Bei der Familie Hitziger sind wir auf ihrem Weingut herzlich willkommen. Wir finden noch eine passende Lücke zwischen schon hier stehenden Wohnmobilen.

Zur Probe erstehen wir bei Frau Hitziger zwei verschiedene Flaschen Rotwein und eine Flasche Sekt und bezahlen das Platzgeld für drei Tage. Wie alle Flaschen verstaut sind, spazieren wir los runter ins Städtchen zur Therme. Die Touristen-Info ist zwar geschlossen, aber wir finden genug papierenes Informationsmaterial für ein späteres Studium im Mobil. Zum Baden in die Therme wollen wir morgen.

Nun müssen wir uns noch im Ort umsehen. Viel Spannendes finden wir zwar nicht, aber eine unscheinbares Café mit Konditorei zieht uns magisch an. Die Auswahl an Torten und Kuchen ist riesig. Wir sind überwältigt, wissen kaum was wir zum Kaffee bestellen wollen. Für was wir uns entschieden haben braucht aus kalorientechnischen Gründen unser Geheimnis. Die Schnitten schmecken vorzüglich und der Kaffee ist echt gut. „Kein Lührliwasser“, sagt der Müller passend.

Zurück zum Mobil gehen wir einen kleinen aber steilen Umweg zum Aussichtsturm über dem Städtchen.

Auf dem Turm bläst ein zügiger Wind der uns nicht lange oben verweilen lässt. Bis zum Weingut sind es nur noch wenige hundert Meter wie ein feiner Landregen einsetzt.

Wir setzen uns ins Mobil um zu lesen und zu schreiben. Unterdessen saugen sich die im Wasser eingelegten Pilze voll. Zum Nachtessen gibt es ein Pilzrisotto mit selber gesuchten und getrockneten Steinpilzen. Dazu einen Rotwein vom Winzer Hitziger um die Ecke. Wir schlafen sicher bestens. Eine ganze Flasche für zwei, da sagt der Müller: „Prost“.

Ab in die Pfalz

Ab Gründonnerstag nach getaner Arbeit beladen wir Fridolin unser Reisemobil. Ziel ist die Südpfalz. Weil wir nicht in die Nacht fahren wollen machen wir nach 150km im Städtchen Breisach halt. Wir kennen den Hinstellplatz für Mobile von früher. In der vierten Reihe finden wir noch einen Platz. Nach kurzer Beratung bleiben die Pfannen und Töpfe im Schrank. Wir marschieren los Richtung Ortsmitte. Der Weg ist sogar von Palmen gesäumt.

Weil wir auf unseren Radtouren auch hier vorbeigekommen sind, kennen wir im Ort zwei Gute Rathäuser. Heute steuern wir die alte Post an. Mit zwei Gläser Winzersekt starten wir in den Abend.

Nach leckerem Essen spazieren wir unter dem dunkelblauen, wolkenlosen Himmel zurück zum Mobil. Das ist inzwischen von einer sechsten Reihe Mobile umgarnt. Wir legen uns gleich in die Betten. Schlafen sofort ein.