Wochenendgrüsse

Ein fotografisch frostig, kulinarisch exzellenter, farbenfroher Wochenendgruss vom Müller an alle Leserinnen und Leser, mit dem Wunsch um einen guten Start für Alle in die kommende Woche.

 

 

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Verkehrte Welt

Draussen ist ein Wetter wie die „S“. Auf dem Handy erreichen den Müller die folgenden Bilder:

Mit herzlichen Grüssen aus Brasilien, die Reisemobil – Bekanntschaft. Was soll der Müller da antworten? Bei uns wird es doch Winter!

Dicke Lippe

Mit der Aussage das Pilzjahr 2017 sei ein Ausserordentliches hat spätestens Ende Oktober keiner mehr eine dicke Lippe riskiert, auch der Müller nicht.

So durchstreift der in diesem Jahr schon oft Erfolgreiche zum x-ten Mal seine Reviere im schwarzen Wald mit der Überzeugung seine Dörrgeräte nochmals zünftig an köstlichen Scheiben von Steinpilz, Maronen und Co. arbeiten zu lassen und ignoriert dabei den spitzen Aufschrei der ihn begleitende Müllerin. Die steigt mit ihrem Pilzkorb am Arm gerade über den Drahtzaun welcher sich ihr wie beim letzten Vordringen ins das kleine aber feine Revier in den Weg stellt, heute jedoch unter Strom steht und ihr einen tüchtigen Hieb versetzt. Müllers einigen sich. Sie, die vom Elektrozaun Gepiesackte sucht die rechte Revierseite ab. Er, der Überzeugte nochmals das Ausserordentliche zu schaffen, die Linke.

Seinen Korb vorgehängt, schreitet Müller zur Tat. Doch komisch, da wo vor zwei Wochen die Pilze wie Unkraut aus dem Boden geschossen waren steht heute kein einziger. Stattdessen liegen hässliche Fladen überall. Die sind aber nicht vom Hirsch. Nein, diejenigen welche die Hinterlassenschaften anlegten, schauen mit schnaubend Nüstern den Abhang hinunter dem aufsteigenden Müller entgegen. Der denkt nicht an Rückzug, schlägt erstmal einen Bogen und geht mit ausholendem Schritt weiter.

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Nun setzen sich die zottligen Urviecher-Mütter in Bewegung und kommen im gestreckten Galopp auf den Störenfried zu. Verdattert stellt sich der in eines der grossen Wacholdergebüsche. Von diesen stehen einige auf Müllers Pilzrevier, das inzwischen zweifelsfrei von den Urviechern in Beschlag genommen wurde. Wie sich der Müller durch den Hinterausgang des Gebüsches davon macht, rutscht im sein Herz in die Hose. Drei junge Viecher nähern sich trabend, zuvorderst der Kleinste und wahrscheinlich mutigste mit gesenktem, lockigem Haupt. Fein, im Rücken die Mütter mit einem wie es Müller scheint verschmitzten Lächeln im Gesicht, vor sich die drei Rabauken im vollen Angriff und sonst niemand der ruft: „Die wollen doch nur spielen!“

Mit vorgehängtem Pilzkorb rennt der zumSpielball erkorene Müller aus seiner Deckung. Die drei jungen Angreifer bleiben erst verdutzt stehen, derweil sich ihr davonrennender zweibeiniger Spielverderber mit seinen Füssen an einem kleinen Wachholderbusch verheddert und in der selben Sekunde kopfüber aufs Gesicht fliegt. Der Lederhut rutscht ins Genick, die Brille hoch auf die Stirn und die Oberlippe gerät zwischen die Zähne welche sich durch die hochklappende Kinnlade ins Fleisch eben dieser Lippe bohren. Derweil auch die Urmütter zum neuen Angriff blasen, rutscht der sich selber plattgelegte Müller auf den Knien zum nahen Weidezaun. Den unterquert er über den Boden rollend in dem Moment, wie die aus den Nüstern dampfenden Mütter, um nicht den spannungsgeladenen Zaun zu berühren, ihre Vorderbeine hinter ihm ins nasse Gras rammen.

Als Müller sich von seinem Schreck erholt, seine Brille und den Hut richtig aufsetzt und mit den Fingern sein Gesicht ertastet, kann er schmerzvoll feststellen nicht nur eine dicke Lippe riskiert zu haben!

Gestern

Gestern besuchte Müller wiedermal die Versickerungsstellen bei Immendingen. Es war einer der 155 Tage wie auf dem Holzschild beschrieben. Das Bett der Donau an mehreren Stellen knochentrocken:

Wen es interessiert, hier mehr dazu: Donauversickerungen im Wikipedia

 

Knarzgeräusche

Es ist zum verzweifeln! Müllers Radtour startet bei schönstem Wetter. Perfekte Lufttemperatur, die Sonne am Himmel wird nur selten von einer Wolke verdeckt. Des Fahrradfahrers Herz schlägt höher den je. Wenn da nicht die Knarzgeräusche vom linken Schuh an Müllers Nerven zerren würden. Was soll es, die Ausfahrt hat gerade begonnen und umdrehen bei dem Wetter, kommt für den Geplagten nicht in Frage.
Nach der Rückkehr ist genug Zeit sich um das Schuhwerk zu kümmern. Zum Glück bläst ab und zu ein Gegenwind um Müllers Ohren. Dann ist das Geräusch nicht zu hören, bergauf dafür umso deutlicher, ob mit oder ohne Wind.

Nach 72km wieder zurück am Reisemobil staunt Müller nicht schlecht. An beiden Schuhen löst sich das Gummiprofil. Am rechten Schuh ist die Sohle gar eingerissen.

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Was tun? Müller fährt erst in zwei Tagen nach Hause. Sich aber vor allem seiner Frau kann er die Knorzerei bei einer nächsten Ausfahrt nicht zumuten. Mal kurz nachdenken was Abhilfe schaffen kann. Darauf die Idee: Fett!
Schuhfett genauer, davon führt Müller eine ganze Dose mit um seine Wanderschuhe zu pflegen. Von diesem Fett streicht Müller eine grosse Portion in die Ritzen zwischen Schuh und sich lösende Sohle.

Somit sollten die zwei kommenden Touren doch noch in erträglicher Geräuschkulisse über die Bühne gehen. Mal sehen, besser gesagt: hören.

Alb statt Ardèche

Bei Müller steht der Urlaub an. Die Routenplanung Ardèche kann in den Kübel geworfen werden. Der Grund dafür liegt im Bereich von Müllers Schultern. Die dürfen auf keinen Fall strapaziert werden. Wer nicht weiss wie es zu diesem Schongang gekommen ist, kann das hier nachlesen.
Jedenfalls hat Frau Müller die geniale Idee ihrem Schulterlädierten Mann ein Badekur zu verpassen. Ausgerechnet diesem Thermal-Bäder-Hasser!

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So rollt das Reisemobil der Müllers von Radolfzell herkommend in Bad Saulgau direkt auf den Stellplatz neben dem Thermalbad. Ausser das Fahrzeug einweisen, muss Müller keinen Finger krümmen oder eine Achselpartie beanspruchen. Nebst dreimal täglich im Wasser die Arme vorsichtig auf und ab, hin und her bewegen, gibt es es die nächsten Tage, sieht man von den Spaziergängen ins Städtchen und den nahen Wald ab, null sportliche Betätigung.

Was die vier Herren in Eisen neben dem Optik-Laden im Städtchen tun oder diskutieren, konnte der Müller nicht in Erfahrung bringen.

Dafür fand er an der Strasse zum Thermalbad einen Verkaufstand mit leckeren Erdbeeren. Wer allerdings nicht zu spät kommen will, stellt sich am besten schon Morgens in die Reihe, um sich eine oder mehrere Schalen gefüllt mit den köstlichen Früchten zu ergattern.

Nach vier Tagen Thermalwasser reicht es dem Müller. Obschon er zugeben muss, dass die Schmerzen wenigstens zeitweise nachgelassen haben. Doch genug ist genug, wie andere sich hier wochenlang aufhalten können, versteht auch die verständnisvolle Frau Müller nicht. So hebt sich die Stellplatz-Schranke für den müllreschen Auszug aus Bad Saulgau. Die Fahrt nach Riedlingen dauert nicht lange. Um so länger dauert es den Zugang zum Stellplatz zu finden .

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Die Müllers drehen eine Runde in der weiten Landschaft um die Stadt und fahren wieder vor die gleichen Baustellen-Schilder wie vor 30 Minuten. Diesmal fährt Frau Müller beherzt am Schild vorbei weiter und sie da, der Zugang zu Parkplatz ist offen. Nur über die grosse Brücke kann man nicht hinüber in die Altstadt gelangen.

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Die Fussgängerbrücke gleich neben dem Stellplatz ist dafür ganz neu und wird von den Stadtverantwortlichen für den Übergang von Radtouristen schelmisch angepriesen. Müllers bleiben eine Nacht. Der andauernde Fußgänger-Verkehr vor dem Platz zur erwähnten Brücke nervt. Zudem funktioniert die V+E nicht.

Bei strahlendem Sonnenschein fahren die Müllers Richtung schwäbische Alb. Genauer in der mittleren Alb ins Städtchen Hayigen. In der Touristeninformation werden sie ausführlich über Wandermöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Fahrradwege aufgeklärt

und sind vom Angebot überrascht, machen erst einen Spaziergang in die Altstadt und anschliessend in die Umgebung. Dabei führt die Erkundungstour ins Tal der Grossen Lauter. Sofort sind die Müllers sich einig, das Tal müssen wir uns genauer ansehen.

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Mit dem Reismobil fahren wir steil hinunter nach Indelhausen. Beim alten Bürgermeisterhaus gibt es einen Wanderparkplatz der über eine schmale Brücke erschlossen ist. Frau Müller fährt das Mobil gekonnt auf den Platz. Wo neben an Dauergäste das Manöver neugierig beäugen.

Der Platz ist Idylle pur.

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Die Müllers verbringen eine ruhige Nacht mit einer morgendlichen Überraschung, das Aussenthermometer zeigt minus ein Grad Celsius. Ein klärendes Gespräch mit Einheimischen bestätigt den Umstand mit der Bemerkung: “ wir kratzten heute Morgen Eis von den Frontscheiben unserer Fahrzeuge!“ So muss sich Müller also doch keinen neuen Thermometer anschaffen.

Nach dem die Sonne viel Wärme ins Tal der Grossen Lauter geschickt hat, fahren die Müllers mit ihren Fahrräder talwärts in Richtung Donau. Die Landschaft ist fantastisch und den Wanderern und Fahrradfahrer überlassen. Es gibt keine motorisierten Verkehr.

In Zwiefalten wird das Café neben der Klosteranlage aufgesucht, bevor die Fahrt zurück unter die Räder genommen wird.

Nächster Halt ist beim Gasthof Friederichshöhle. Die Höhle wird von Booten befahren. Eine Fahrt die Frau Müller so gar nicht reizt. Über Hayingen geht die Fahrt, vorbei an herrlich klaren Bachläufen, zurück zum Mobil.

Anderntags führt die Erkundungstour Richtung Norden. Dieses Mal führt der Radweg das Tal hoch. Zum Glück dem motorisierten Verkehr ausweichend meist auf der entgegengesetzten Talseite. So entdecken die Müllers den Reisemobilstellplatz in Münsingen.

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Von Münsingen aus radeln Müllers die kommenden Tage in alle Himmelsrichtungen. Die erste Fahrt führt nordöstlich über den stillgelegten Waffenplatz aus dem vorangegangenen Jahrhundert. Dieser ist inzwischen zum Rückzugsort von Tieren und seltenen Planzen geworden. Weg dürfen nur mit einem Führer verlassen werden. Wir sahen Fuchs und Hase, Greifvögel und die Landschaftspfleger auf vier Beinen, die Schafe.

Am nächsten Tag führt die Route in südliche Richtung. Müllers lernen Ungewöhnliches kennen. So wurden die Weinbergschnecken im letzten Jahrhundert bis nach Wien verfrachtet. Die Schnecken wurden in Gehegen gefangen gehalten bis sie in den kalten Jahreszeit ihr Gehäuse zum Überwintern verschlossen, dann wurden sie in Fässer gepackt und konnten ohne weitere Konservierung transportiert werden. Die weidenden Büffel auf Wiesen an denen wir vorbei fahren wirken exotisch. Wie wir in Wasserstetten Fotos sehen wie in früherer Zeit die Schafe vor ihrer Schur durch den Bach getrieben und von in Fässer stehenden Männern geschrubbt wurden kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Da sind die Pferde im Landesgestüt Marbach oder auf einer Wiese am Radweg schon viel vertrauter. Trotzdem, die Fohlenschau (mit über 500 Fohlen) will die Frau Müller unbedingt sehen. Der Müller willigt unter der Bedingung, nach einer Stunde weiter zufahren, ein. Führ ihn sehen die Pferdekinder alle gleich aus.

Von Münsingen aus wirklich durch eine wunderschöne Natur pedalieren.

und das Beste, im Städtchen gibt es zwei Eisdielen. Eine hat immer geöffnet. Nach der vierten Tour um Münsingen ziehen die Müllers weiter. Die Reise führt nach Neuffen. Der Reisemobilstellplatz beim Schiessstand ist bestens ausgeschildert und schön gelegen.

Fahrradtouren führen bis nach Nürtingen. Die Auffahrt zur Burg Neuffen ist sehr steil und mit den Fahrrädern, die haben bei Müllers keinen Motor, eine echte Herausforderung zu befahren. Die Anstrengung lohnt auf jeden Fall, bei dem heute so schönen Wetter besonders.

Anderntags drehen Müllers wieder den Zündschlüssel. Die Fahrt führt vorbei am Schloss Hohenzollern nach Dormettingen. Hier gibt es einen Stellplatz am Schiefererlebnispark. Ganz in der Nähe ein Outlet der Firma mey. Dort deckt sich Müller mit neuen Schlafanzügen und Unterwäsche ein.

Der Erlebnispark wurde von der Firma holcim erstellt, diese baut in der Nähe Oelschiefer ab und macht daraus dunkelfarbigen Beton.

Im Park kann jeder der sein Eintrittsgeld abgeliefert hat, mit Hammer und Meissel den wöchentlich neu aufgelegten Schieferplatten aus dem Steinbruch zu Leibe rücken. Mit Glück findet sich die eine oder andere Versteinerung die gegen ein kleines Entgelt vom Fachmann versiegelt wird. Wer dies nicht tut weil ihn der Cent reut, kann sich nicht lange an der kleinen oder grossen Herrlichkeit erfreuen. Die Feuchtigkeit bringt die Versteinerung nach kürzester Zeit zum Verrotten.

Wieder Mal gehen die Ferien ihrem Ende entgegen. Müllers fahren nach Geisingen an die Donau. Radeln da noch ein paar Kilometer und schliessen die vor zwei Wochen begonnene Bierkur erfolgreich ab.

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Schön und interessant war es! Müllers wahrscheinlich letzten Sommerferien.

 

Rosendorf

Müller ist bestimmt kein Blumen-Fan aber die Düfte und Farben in Nöggenschwil haben auch ihn fasziniert.

Ein Besuch lohnt immer und einen Wohnmobilstellplatz gibt es auch. Im Café neben an locken die Kuchen, sodass die eine oder andere Kalorie zu Fuss oder mit einer straffen Fahrradkette abgearbeitet werden muss.