Ab in die Pfalz

Ab Gründonnerstag nach getaner Arbeit beladen wir Fridolin unser Reisemobil. Ziel ist die Südpfalz. Weil wir nicht in die Nacht fahren wollen machen wir nach 150km im Städtchen Breisach halt. Wir kennen den Hinstellplatz für Mobile von früher. In der vierten Reihe finden wir noch einen Platz. Nach kurzer Beratung bleiben die Pfannen und Töpfe im Schrank. Wir marschieren los Richtung Ortsmitte. Der Weg ist sogar von Palmen gesäumt.

Weil wir auf unseren Radtouren auch hier vorbeigekommen sind, kennen wir im Ort zwei Gute Rathäuser. Heute steuern wir die alte Post an. Mit zwei Gläser Winzersekt starten wir in den Abend.

Nach leckerem Essen spazieren wir unter dem dunkelblauen, wolkenlosen Himmel zurück zum Mobil. Das ist inzwischen von einer sechsten Reihe Mobile umgarnt. Wir legen uns gleich in die Betten. Schlafen sofort ein.

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Im falschen Film

Das kam so:

Müller spaziert zur frühen Morgenstund über Pflastersteine eines kleinen Städtchen auf einem Hügel nahe der Stadt Bulle. Die Sonne wärmt die Häuserfronten entlang der einen Seite der Strasse. Derweil die gegenüberliegenden Häuserzeilen im Schatten ihrer selbst auf den Nachmittag warten, dann wiederum sie gewärmt, dafür die anderen in Kälte erstarren werden.

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Es ist noch ruhig in der einzigen Strasse des Städtchens. Wenige Menschen laufen mit raschen Schritten, an Müller vorbei, wahrscheinlich zur Arbeit. Der steht nach wenigen Minuten Gehzeit am Ende der Strasse vor einem Torbogen eines Schlosses, an dessen Seite für das Museum hinter dicken Mauern gewoben wird. Bei dem schönen Wetter heute, verzichtet nebst Müller wahrscheinlich noch mancher  auf einen Besuch desselben, um die womöglich letzten Herbstsonnenstrahlen draussen geniessen zu können. Auf dem Rückweg werben Skulpturen, Alien gleich, für ein Museum der ganz anderen Art.

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Wie Müller weiter unten von der Strasse an die vom Sonnenlicht erleuchtete Fassade eines Hauses schaut, meint er sich im richtigen Film eines bekannten Meisterregisseur, dessen Werke genau so fesseln können wie die Bilder und Skulpturen des Künstlers, dessen Museum er gerade passiert hat.

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Welches Städtchen durchwanderte der Müller zur frühen Tagesstunde?

Wie heissen der Regisseur? Wie der Künstler?

 

Ötisheim

Wir schlafen lange. Morgens regnet es. Der Regen wird vom trockenen Boden im Nu aufgesogen. Das sehen wir erst so richtig, wie wir bei unserer Fahrt durch die Wälder nach Maulbronn auf den Boden im Unterholz schauen.

Da besuchen wir auf einen Tipp hin, welchen wir von einer netten Mobil-Nachbarin bekommen haben, das Kloster. Da ist heute Markt. Einerseits eine interessante Sache die verschiedenen Produkte zu sehen und zu kosten. Andererseits verschandeln die Marktstände den ganzen Klosterplatz. Wahrscheinlich war das in früherer Zeit nicht anders. Für Fotos ein Pfui.

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Wir schauen uns um, kaufen Kleinigkeiten für Daheimgebliebene. Unsere Fahrt mit den Fahrräder setzen wir Richtung Nordost fort. Schöne Landschaft, viele Wälder, wie beschrieben, der Boden knochentrocken und damit kein Pilze zu finden.

Wir drehen auf unserer Route nach Nordwest. Fahren über Oberderdingen nach Bretten.

Die Kleinstadt ist in ihrem Kern, schreiben wir mal, schön. Eigentlich wollten wir hier noch Landkarten kaufen. Leider sind die Geschäfte bereits geschlossen. So geniessen die Eine ein Eis, der andere Weizen-Bier (ohne Alkohol versteht sich).

Auf guten Strassen fahren wir auf direktem Weg zurück nach Ötisheim. Suchen noch ein Restaurant für das Nachtessen. Pech, das Feine hat bereits ein Brautpaar für seine Hochzeit gewählt, die Anderen sind für unseren Geschmack nicht passend.

So beschliessen wir unser Hochzeitsessen auf kommende Woche zu verschieben.

Ach, noch eine Bemerkung: Gerade hat es draussen zu regnen begonnen. Wir schlüpfen unter die Federdecke und schauen fern.