Wochenendgrüsse

Ein fotografisch frostig, kulinarisch exzellenter, farbenfroher Wochenendgruss vom Müller an alle Leserinnen und Leser, mit dem Wunsch um einen guten Start für Alle in die kommende Woche.

 

 

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Müller hat sich getraut!

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Nicht das Heiraten. Doch das auch. Ist ein Weile her. Nein, er hat seinem Blog ein neues Aussehen verpasst und möchte zu gerne wissen wie dieser Umstand bei den Lesern rüber kommt.

Also traut euch und schickt dem Müller ohne Schonung eure Kritiken.

 

geschenkter Tag

Müller wälzt sich im Bett. Die nahe Turmuhr schlägt die Glocke. Einmal. Das Zeichen für die Erste Viertelstunde nach 05:00 Uhr.

Müller schält sich aus der warmen Bettwäsche. Geht schlaftrunken in die Küche. Wirft den Elektroschalter der Espresso-Maschine nach hinten. Die Kontrolllampen leuchten.

Müller schleppt sich ins Badezimmer. Streift den Schlafanzug vom Körper. Die Rollen des Duschvorhang geben beim Zurseiteschieben das typische Zisch-Geräusche von sich. Der Wasserstrahl klatscht auf die Füsse. Derweil wird am Mischer die passende Kalt-Warm-Wassermischung eingestellt. Herrlich so eine Dusche.

Müller wickelt sich ins Badetuch. Schrubbt die letzten Wassertropfen von der Haut. Cremt erst Gesicht, dann Körpermilch auf die Haut. Rasur wird auf morgen verschoben. Noch etwas Eau de Toilette aufgetragen. Deo angebracht. Fusscreme, Fertigt.

Müller macht die Arbeitskleider bereit. Zieht sie an. Geht in die Küche. Packt Apfel und Banane in die Lunch-Box, die in die Arbeitstasche, die wiederum rüber in die Garderobe.

Müller bereitet zwei Espresso zu. Diese in den Händen drückt er mit dem rechten Ellenbogen den Türöffner zum Schlafzimmer. Stellt die Tassen auf den Nachttisch seiner Frau. Geht zum Lichtschalter. Ruft: „Einen guten Morgen – ohne Sorgen – lieber Schatz!“

Frau Müller dreht sich im Bett. Schaut ungläubig zu Müller hoch, verdreht die Augen, nimmt die Stöpsel aus den Ohren. Schaut wieder hoch und sagt:

„Mein lieber Müller, heute ist Sonntag!“

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Verkehrte Welt

Draussen ist ein Wetter wie die „S“. Auf dem Handy erreichen den Müller die folgenden Bilder:

Mit herzlichen Grüssen aus Brasilien, die Reisemobil – Bekanntschaft. Was soll der Müller da antworten? Bei uns wird es doch Winter!

Kraftmaschine

Endlich, nach zwei Wochen warten, auf zur erste Physiotherapie. Die gefrorene Schulter soll „aufgetaut“ werden.

Mit einem mulmigen Gefühl legt sich Müller bäuchlings, mit entblössten Oberkörper, wie von Frau Physio geheissen auf den Massage-Tisch. Erst sanft, dann mit immer mehr Druck tastet sich die Therapeutin mit ihren sehnigen Fingern im Bereich der gefrorenen Schulter voran. Bis letztlich Müllers Augenwasser zu fliessen beginnt. Autsch, die Behandlung tut ganz schon weh.

„Wie fühlt es sich an?“, fragt die Knetenden.

„Es geht“, antwortet Müller kleinlaut. Nach einigen Minuten wird er gebeten sich auf den Rücken zu drehen. Die Frau Physio erfasst den Arm der zur erkrankten Schulter führt, reckt ihn in die Höhe und platziert eines ihrer Knie auf den Massage-Tisch neben Müller. Den Oberarm legt sie nun auf ihren direkt neben Müller ruhenden Schenkel .

„Nun wird es etwas unangenehm“, sie schliesst die Augen und greift mit dem ausgestreckten Daumen ihrer freien Hand in die Achselhöhe um nach einem bestimmten Muskel zu suchen. Derweil beginnt in der müllereschen Beuge ein „Feuerchen“ zu brennen, das mehr und mehr zu einem Vollbrand ausartet.

„Ganz locker bleiben, keine Gegenwehr“, wird der liegende Müller aufgefordert. Das macht er folgsam. Auch bei der zweiten und dritten Brandlegung.

„So fertig, bitte aufstehen. Den Arm hängen lassen und langsam nach hinten führen. Es darf nicht weh tun.“

Die Therapeutin schaut genau hin und freut sich diebisch. Müllers Arm bewegt sich tatsächlich so weit in Richtung Rückenverlängerung wie schon seit Wochen nicht mehr.

Müller aus dem Häuschen, japst überrascht: „Hoppla, das funktioniert schon ganz gut!“

„Nun zu Teil zwei der Behandlung Herr Müller. Kennen sie die Kraftmaschine für ihre Westentasche?“, fragt Frau Physio.

Müller schaut unwissend in die Welt. Die Antwort kennt er nicht. Wie er überlegt, wird ihm ein blaues Band aus Latex entgegengestreckt. Ihm dämmert es.

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Das legendäre Thera-Band ist gemeint. Er hätte es wissen müssen! Findet sich zuhause in Müller Strumpfschublade eine solche kleine Kraftmaschine.
Es werden gleich drei Übungen zur Verbesserung der Armrotation geübt. Wie der Müller diese einigermassen beherrscht, kann er sich anziehen. Sogar sein Unterhemd kann er jetzt ohne Schmerzen seine Unterhose stopfen.
Nachdem der nächste Termin fixiert ist, fährt Müller mit dem Fahrrad nach Hause. Nun gilt, dreimal täglich, jede Übung dreimal mit je zehn Wiederholungen ist die Hausaufgabe.

Nach mehreren Wochen zeichnet es sich ab. Alles richtig gemacht. Vielen Dank an alle Beteiligten und im Besonderen ans Latex-Band, das sich von Müller weiterhin dreimal täglich ohne Murren traktieren lässt.

Nachtrag an Womo-Fahrer:
Müller führt jetzt eine Thera-Band im Reismobil mit und hat trotz dieser Fitness-Maschine die Zuladung nicht überschritten. Es gibt also keine Ausrede, ausser der innere Schweinehund fährt auch Wohnmobil. Dann wird es allerdings schwierig.

 

 

eingefroren

Wer sich ab und an auf Müllers Notiznagel umschaut, dem ist bekannt dass der Müller seit Mai dieses Jahres ein Glückspilz ist und wer da was verpasste und nicht weiss wie es dazu kam, der kann sich hier die Info holen.

Die Begriffe Glück und Unglück stehen oft sehr nahe beieinander. Das musste Müller mit einem immer unbeweglicher werdenden  Schultergelenk schmerzlich erfahren. Die Einschränkung wurde derart stark, dass das Führen von Toilettenpapier zum entscheidenden Anwendungsort, auch verlängerter Rücken genannt, partout nicht mehr gelang. Wie Müller dem sich selber zugeteilten Orthopäden das Ungemach schilderte, antwortet der mit einem Lächeln:

„Das dachte ich nach ihrem letzten Besuch, dass sie mit einer „Eingefrorenen Schulter“ daher kommen werden. Kommt übrigens nach so einem Unfall häufig vor.“

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„Super, was nun? „, so des Müllers Gedanke.

„Keine Angst, das Problem der Entzündung lösen wir im Nu! Erst etwas Kortison ins Gelenk, dann während vier Monaten täglich 1000mg Vitamin C einnehmen und ganz wichtig, sofort Physiotherapie“, so die Erklärung des Fachmannes in WEISS an den staunenden Müller.

Gesagt getan, schon am andern Tag wurde das Kortison mittels einer Spritze ins „gefrorene Gelenk“ gepresst. Von einer bildhübschen Ärztin deren Anblick dem Müller ein klein wenig über das Ungemach der Prozedur hinweg half. Noch ein paar Tage die üblichen Nebenwirkungen des Medikamentes ausgestanden und schon waren die Schmerzen verschwunden, dafür blieben die Einschränkungen wie gehabt. Die Geschichte geht also weiter.

Wer sich über gefrorene Schultern informieren möchte, kann hier bis zum nächsten Beitrag auf dem Notiznagel in Details wühlen. Der Begriff „gefrorene Schulter“ war übrigens auch für Müller neu.

 

Dicke Lippe

Mit der Aussage das Pilzjahr 2017 sei ein Ausserordentliches hat spätestens Ende Oktober keiner mehr eine dicke Lippe riskiert, auch der Müller nicht.

So durchstreift der in diesem Jahr schon oft Erfolgreiche zum x-ten Mal seine Reviere im schwarzen Wald mit der Überzeugung seine Dörrgeräte nochmals zünftig an köstlichen Scheiben von Steinpilz, Maronen und Co. arbeiten zu lassen und ignoriert dabei den spitzen Aufschrei der ihn begleitende Müllerin. Die steigt mit ihrem Pilzkorb am Arm gerade über den Drahtzaun welcher sich ihr wie beim letzten Vordringen ins das kleine aber feine Revier in den Weg stellt, heute jedoch unter Strom steht und ihr einen tüchtigen Hieb versetzt. Müllers einigen sich. Sie, die vom Elektrozaun Gepiesackte sucht die rechte Revierseite ab. Er, der Überzeugte nochmals das Ausserordentliche zu schaffen, die Linke.

Seinen Korb vorgehängt, schreitet Müller zur Tat. Doch komisch, da wo vor zwei Wochen die Pilze wie Unkraut aus dem Boden geschossen waren steht heute kein einziger. Stattdessen liegen hässliche Fladen überall. Die sind aber nicht vom Hirsch. Nein, diejenigen welche die Hinterlassenschaften anlegten, schauen mit schnaubend Nüstern den Abhang hinunter dem aufsteigenden Müller entgegen. Der denkt nicht an Rückzug, schlägt erstmal einen Bogen und geht mit ausholendem Schritt weiter.

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Nun setzen sich die zottligen Urviecher-Mütter in Bewegung und kommen im gestreckten Galopp auf den Störenfried zu. Verdattert stellt sich der in eines der grossen Wacholdergebüsche. Von diesen stehen einige auf Müllers Pilzrevier, das inzwischen zweifelsfrei von den Urviechern in Beschlag genommen wurde. Wie sich der Müller durch den Hinterausgang des Gebüsches davon macht, rutscht im sein Herz in die Hose. Drei junge Viecher nähern sich trabend, zuvorderst der Kleinste und wahrscheinlich mutigste mit gesenktem, lockigem Haupt. Fein, im Rücken die Mütter mit einem wie es Müller scheint verschmitzten Lächeln im Gesicht, vor sich die drei Rabauken im vollen Angriff und sonst niemand der ruft: „Die wollen doch nur spielen!“

Mit vorgehängtem Pilzkorb rennt der zumSpielball erkorene Müller aus seiner Deckung. Die drei jungen Angreifer bleiben erst verdutzt stehen, derweil sich ihr davonrennender zweibeiniger Spielverderber mit seinen Füssen an einem kleinen Wachholderbusch verheddert und in der selben Sekunde kopfüber aufs Gesicht fliegt. Der Lederhut rutscht ins Genick, die Brille hoch auf die Stirn und die Oberlippe gerät zwischen die Zähne welche sich durch die hochklappende Kinnlade ins Fleisch eben dieser Lippe bohren. Derweil auch die Urmütter zum neuen Angriff blasen, rutscht der sich selber plattgelegte Müller auf den Knien zum nahen Weidezaun. Den unterquert er über den Boden rollend in dem Moment, wie die aus den Nüstern dampfenden Mütter, um nicht den spannungsgeladenen Zaun zu berühren, ihre Vorderbeine hinter ihm ins nasse Gras rammen.

Als Müller sich von seinem Schreck erholt, seine Brille und den Hut richtig aufsetzt und mit den Fingern sein Gesicht ertastet, kann er schmerzvoll feststellen nicht nur eine dicke Lippe riskiert zu haben!