Wetter

Man kann sagen was man will, aber die Müllers haben Wetterglück. Wobei Glück und Wetter nicht immer das sind was sich der Einzelne für sich erhofft. Lieben die einen trockenes andere feuchtes, wiederandere kühles oder heisses Wetter. Müllers lieben es so zwischen durch. Nicht zu warm, schon gar nicht heiss um Rad zu fahren und um anschliessend in der Sonne Friesentee trinken zu können.

Nur hier in NRW, Nordrheinwestfahlen, klettern die Temperaturen wieder auf unerträgliche Höhen. Dazu eine Luftfeuchtigkeit à la Tropenwald. Radfahren nur noch am Morgen, dann Schatten und ja keinen Finger krumm machen. Auch nicht zum bloggen.

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Auf einer der morgendlichen Radtouren um den Ort WASSENBERG entdecken Müllers den LAGO LAPRELLO bei HEINSBERG. An dessen Ufern ein Stellplatz für Reisemobile. Zum See kommt man mit wenigen Schritten. Die JVA neben an führt zwar zu mehr Polizeipräsenz was nicht unvorteilhaft ist.

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Am anderen Morgen fahren Müllers auf den Platz am See. Ergattern, welch ein Glück, wieder den besten Platz. Sind schnell eingerichtet und in die Badehose gehüpft und ins Wasser getaucht. Da der See sehr tief ist, ein früherer Baggersee halt, ist das Wasser angenehm kühl. Wir legen einen faulen Tag ein, konzentrieren uns auf regelmässiges Abkühlen unserer Körpertemperaturen.

Gegen Abend, wir schnippeln gerade unser Nachtessen überrascht uns ein Gewitter. Da wir uns auf die ausgefahrene Markise konzentrieren müssen, hängen wir unseren paar Kilo Körpergewicht ins Gestänge um das Sonnentuch unten zu halten. Derweil fliegt unser geschnippeltes Nachtmahl samt aufgebautem Gasgrill durch die Gegend. Wie der Gewittersturm einen Moment durchatmet, rollen wir das Markisentuch ein. Verschwinden im Reisemobil um die nächste Regenschauer über uns ergehen zulassen.

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Glück ein weiteres Mal. Es gibt keine Schäden zu beklagen. Auch bei den Nachbarn ist ihr Hab und Gut heil geblieben. Nun gibt es so einiges was geputzt werden muss. Der Starkregen lässt die trockene Erde hochspringen. Klebt sie sogleich mit jedem Wassertropfen irgendwo fest. So ist alles was draussen rumliegt mit einer feuchten Schlammschicht überzogen. Das muss runter! Aber erstmal Nachtessen, dann geht es an die Arbeit.

Aber wie ist das jetzt mit dem Wetterglück?

 

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GREVEN vor MÜNSTER

Die Studentenstadt MÜNSTER muss man gesehen haben. Sagten uns Freunde und Bekannte immer wieder. Also fahren wir hin. Nicht aber mitten in die Stadt, wir wählen eine Reismobilstellplatz im nahen Ort GREVEN der ein paar schlappe Kilometer von MÜNSTER entfernt liegt. Genauer stehen wir am Fluss EMS an einer Marina. Ein netter Bootshafen der auch Platz für Mobile bietet. Wie wir ankommen eröffnet sich uns dieses Bild.

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Wir wurden gewarnt. Der Platz sei seeeeehr begehrt. Ob wir ohne Reservierung Platz finden? Von den Fahrer der beiden grossen Protzbuden auf dem Bild (Ausdruck stammt von den Fahrern selber) werden wir eingeladen einen ihrer Plätze zu übernehmen. Ein Platz mit freier Sicht auf den Kanal! Sofort hin.

Uns hält es nicht lange, trotz der schönen Aussicht auf unseren Stühlen. Hin nach Münster. Mittwoch ist auch Markt, passt. Wir staunen, hier gibt es Gassen zwischen vielen Ständen auf dem Platz vor dem Dom. Praktisch jede für eine Fraktion wie Brot, Süssigkeiten, oder Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse, Obst, Blumen und Theken wo man lecker belegte Brote kaufen kann. Wir stellen uns an eine dieser Theken. Schauen dem Treiben zu und geniessen.

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Zu Fuss laufen wir durch die Innenstadt. Aus einer Gasse hören wir klassische Musik. Wir entdecken einen jungen Mann der mit geschlossenen Augen Klarinette spielt. Ein Genuss da zu zuhören.

Wie wir wieder die Stadt verlassen ist bei einer Strassenecke Schluss mit Müllers innerem Frieden. Ausgerechnet jetzt, mitten in der Stadt. Alle schauen zu! Bei was? Seht selber:

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Wieder dreckige Hände, nein Danke. Dieses Mal zieht der Müller Arbeits-Handschuhe an. Der eingefangene Nagel ist schnell geortet, entfernt und der Schlauch ausgetauscht. Das Luft einhauchen, dauert mit der kleinen Handpumpe etwas lange. Gut Dinge will Weile haben. Nach dem Motte kommen Müllers gut und ohne weiteren Plattfluss nach Hause und verabschieden sich anderntags von den Münsteranern.

Salatköpfe, braunes Gold und ….

Müllers fahren weiter Richtung Süden, machen einen Zwischenhalt in Emsbüren. Hier gibt es ein bekanntes Gartencenter. Daneben können Teile der Produktion und Logistik besucht werden. Dazu gibt es einen Kinderzoo, ein Schmetterlingshaus und natürlich eine Restauration.

Uns interessiert die Produktion, wo wir zuschauen wie Pflanzen mittels Robotern ein- und umgetopft werden, um anschliessend auf langen Wagen wieder ins Treibhaus gezogen zu werden. Spannend ist es in der kleinen Abteilung „Zukunft“ hinter die Kulissen schauen zu können. Hier werden auf zwei Versuchsstrassen verschiedene Salatsorten in Behältern über Becken gezogen. Die sind gefüllt mit Nährlösung in der die Salatwurzeln ihre Wachstumshormone holen. Dieses „Ziehen der Behälter“ geschieht so langsam das die Salate über eine Woche vom Anfang zum Ende des Beckens unterwegs sind, wo sie samt Wurzelwerk in Folien gepackt und für den Verkauf vorbereitet werden.

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In BAD BENTHEIM wird mit den Fahrräder die Gegend und das Städtchen bewundert. Dieses ist schnell durchfahren und weist auch ein paar nette Ecken auf. Die Burganlage aber auch das eine oder andere Gässchen sind ganz reizvoll anzuschauen. Die Gegend ist  bekannt für ihr braunes Gold. Der Sandsteine wurde vor Ort und in 20 anderen Steinbrüchen gebrochen und nach Holland, nach Skandinavien, nach Westfalen, ins Rheinland, nach Ostfriesland exportiert. Berühmte Bauwerke, Rathäuser, Herrensitze, Dome und Kirchen sind aus Bentheimer Sandstein gebaut worden. Einer der grössten Steinbrüche ist seit 1925 die einzigartige schöne Naturbühne der Freilichtspiele BENTHEIM.

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…… und Schlösser! Um den Titel diese kleinen Berichtes zu vervollständigen. Auf unseren Rundfahrten in der Gegend radelten wir teils auf dem bekannten „Schlösser Radweg“. was man da zu sehen bekommt, sind Herrensitze und Parkanlagen vom feinsten. Hier stellvertretend Schloss DARFELD.

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Besucht haben wir Schloss HÖVEN, ROSENDAHL, in BILLERBECK die KOLVENBURG, HAVIXBECK. Irgendwann müssen wir weiter kommen.  So verlassen wir den Schlösser Radweg und biegen auf die Hauptstrasse Richtung Münster ein.

FEHNDORF

Sind nach FEHNDORF umgezogen. Hier in der Nähe von Haren an der Ems hat ein neuer Stellplatz seine Tore geöffnet. Noch ist nicht ganz alles an Technik installiert, aber Müllers finden das vor was sie gerade benötigen. Für Radtouren ist die Gegend gut geeignet. So schauen wir uns um was es hier alles Sehenswertes gibt. Wir beschliessen nach GEESTMOOR ins Emsland Moormuseum zu fahren. Nicht mit den Fahrräder! Wir nehmen das Womo. Es regnet mehr als die Sonne scheint.

Im Museum ordern wir einen Audio-Rundgang und erfahren vieles über Moore und das Leben der Leute die hier im letzten Jahrhundert gelebt und gearbeitet haben. Sehr interessant. ein Besuch lohnt.

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Küche und Wohnraum, wir entdecken viele Gerätschaften.

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Schlafraum, für Müller wäre das Bett definitiv zu kurz. Nach der Matratze schauten wir nicht. Man ist ja nicht unhöflich. Übrigens, es gab keinerlei Absperrungen in den Räumen, konnte also ganz nahe ran um sich die Sachen anzuschauen. Danke für das Vertrauen.

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Wasserpumpe, dass wäre was für die heutigen Womo-Fahrer. Hört ihr das Gestöhn?

Im grossen Aussenbereich kann man sich mit einer Werkbahn chauffieren lassen oder geht wie die Müllers zu Fuss. An Schautafeln erhält man wieder Mengen von Erklärungen zu den Mooren oder Fehn wie sie hier genannt werden.

Im zweiten Museumsgebäude bekommt man Informationen zum Emslandplan. Ansehen kann man die riesige Maschine mit der im Moor gepflügt wurde.

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und gegenüber die Zugmaschine mittels der, an Stahlseilen, der Pflug durch das Moor gezogen wurde.

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Nach über vier Stunden lesen und schauen sind die Müllers müde und ziehen sich nach FEHNDORF zurück. Da war doch was? Fehn = Moor, wir sind dem nach im Moordorf!

OSTRHAUDERFEHN

Der folgende Beitrag wird etwas ungewohnt ausfallen. Über die Landschaft wo sich die Müllers gerade herumtreiben gibt es soviel zu berichten, dass dem Müller schlicht die Zeit fehlt alles hier einzustellen. Drum wird das Ganze kurz gefasst. Wer sich ernsthaft mit Land, Leut und deren Geschichte beschäftigen möchte, drücke den Link am Ende des Beitrages.

Beim Besuch der Touristen-Information erfahren wir von der sehr freundlichen Dame hinter dem Tresen was wir in der Umgebung alles unternehmen können. Das ist so einiges. Vorab Radfahren. Kanuboot fahren im Kanal. Moorlehrpfade ablaufen. Museen besuchen. Pfannkuchen essen. und, und, und.

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Wir fahren Rad. Weil die Distanzen sind gross. Imposant sind die langen schnurgerade geführten Strassen. Kein Wunder, entweder liegt die Strasse neben einem Fehnkanal oder der Kanal wurde zugeschüttet und drüber eine Strasse gelegt.

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Hier im Stadtzentrum PAPENBURG sind die Strassen Fussgänger- und Radweg. Man beachte die vielen Blumen, ein richtiger Traum.

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Ein Bild von einem der Pfannkuchen aus Buchweizen die der Müller genossen hat. In diesem Etablissement liegt der Rekord bei 19 Stück. Müller schlug in nicht!

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Zum Abschluss ein Bild mit den typischen Häuser entlang den Kanälen. Wir sahen in der Gegend kein einziges Wohnhaus ohne diese Klinker an der Aussenfassade.

So und nun wie am Anfang empfohlen der Link, viel Spass:

Umgebung OSTRHAUDERFEHN

Sie dreht

und dreht.

Alle die auf dem Platz stehen schauen rüber. Hin zum Dach des dritten Reisemobiles in unserer Reihe. Davor ein immer kleiner werdenden Mann, dessen Mundwinkel zusehends mehr nach unten gehen. Dafür sein Blick immer hypnotischer nach oben. Nützt aber nix.

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Auf dem Dach seine Mobiles dreht die automatische SAT-Antenne munter Kreise, wippt wenn sie anhält kurz vor, zurück, vor, zurück um sogleich ihre Kreiselbewegung fort zu setzen.

Es hageln Mengen von Ratschlägen auf den Mann ein: „Vorfahren, zurückfahren, nach links ausweichen, nein nach rechts. Den Baum umsägen. Ne’grosse Schüssel kaufen.“

Der Mann steigt in sein Mobil, dreht den Zündschlüssel. Fährt vom Platz! Alles im 1. Gang. Wie sich die Diesel-Abgaswolke verzogen hat, bleiben nur noch hustende Spötter zurück.

Wer wird das nächste Opfer dieser Meute?

 

lasst es trocknen

Im letzten Monatsheft einer deutschen Wohnmobil-Zeitschrift erschien ein Beitrag mit Tipps zum Thema „Wäsche trocknen“. Vorgestellt wurden: klassische Wäschespinne, das flexible Gummiseil, das unkomplizierte Trockengestänge, die Alternative in Form des hinten am Reisemobil montierten Fahrradträgers, die bissige Wäscheaufhängung am Abschlussblech der Markise, die ultraleichte Wäscheleine und die die aufgerollt werden kann.

Davon führen Müller bloss das Wäscheseil mit. Zum trocknen der gewaschenen Radhosen reicht so ein Seil und ein bisschen Wind nicht. Auch wenn die Temperaturen hoch sind, werden die Sitzpolster nicht  innert 24 Stunden trocken. Darum fährt seit diesem Jahr bei Müllers eine elektrische Wäscheschleuder mit. Mit ihr lässt sich so mancher Wassertropfen mehr aus den triefenden Textilen pressen, als mit Wringen mit blossen Händen.

Gespannt wird das Seil unter der Markise, an den Spannarmen derselben schnell noch zusätzlich ein paar Wolfram-Klammern geclipst, und die Wäsche hängt bombenfest.

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Sieht dann halt wie bei den Fahrenden aus, sind wir ja auch. Wenigstens auf Zeit. Da darf es schon mal bunt zugehen. Übrigens am Wäscheständer die zwei farbigen Dinger auf schwarzem Untergrund sind die Sitzpolster unserer Radhosen.

Ratet mal, wer von den Müllers setzt sich jeweils auf welches Polster? Azur oder Pink?