Pont-Canavese + Ceresole Reale

Wir wollen der Hitze, die trotz des nächtlichen Regens nicht weniger geworden ist, ausweichen. Fahren an der Stadt Ivrea vorbei Richtung Westen ins Valle di Locana. Die Fahrt unterbrechen wir um in Pont-Canavese unsere Vorräte aufzufrischen.  Wir umfahren Pont und finden am Ortseingang einen guten Parkplatz. Zu Fuss machen wir uns auf Richtung Zentrum. Nicht weit müssen wir gehen um die ganze Fülle piemontesischer Leckereien vorzufinden. Zufällig ist heute Markt und im kleinen Ort so einiges los. Wir bekommen was wir benötigen und noch etwas mehr. Mit gefüllten Rucksäcken ziehen wir uns auf eine Restauranttrasse zurück, schauen dem Treiben beim Schlürfen eines tiefschwarzem Espresso zu. Kaffee wie immer ohne Zucker, versteht sich! Ein ziemlich langes Wohnmobil fährt in verhaltener Fahrt über den Hauptplatz um sich auf der anderen Seite in eine schmale Gasse zu zwängen. Da hatten wir es einfacher, weil wir die Umfahrung nutzten und uns so die mühsame Durchquerung sparen konnten. Manchmal hat eine verpasste Strassenabfahrt auch was Gutes.

Zurück am Mobil verstauen wir vor der Weiterfahrt die Lebensmittel. Der Kühlschrank ist wieder gut gefüllt. Auch das Kellerabteil quillt über. Wir müssen in den kommenden Tagen bestimmt nicht einkaufen.
So drehen wir den Zündschlüssel. Fahren hinein ins Tal Locana. Die Landschaft wird rauer. In Noasca durchfahren wir den Ort mittels einer einspurigen Serpentinenstrasse. Wir Glücklichen müssen nirgends anhalten um anderen Fahrzeugen auszuweichen, kommen in einem Zug durch. Hoffentlich wiederholt sich der Umstand bei der Rückfahrt. Das Tal ist eine Sackgasse wie wir wissen. Will heissen es geht auf der gleichen Strecke wieder talwärts.
Nach ein paar steileren Passagen fahren wir in einen grosszügig ausgebauten Tunnel mit zwei Fahrspuren, glattem Strassenbelag und prima Beleuchtung. Die Röhre führt merklich steiler und steiler im Berg hoch. Wir passieren erst eine Tafel mit einer Neigungsangabe von 10% und etwas später gar mit 15%. Der Fridolin, unser Womo,  zeigt keine Schwäche, wir nähern uns einem Personenwagen der merklich langsamer unterwegs ist. Überholen verboten signalisieren Schilder in regelmässigen Abständen. Folgsam tuckern wir hinter dem PW her. Kaum aus dem Tunnel gerollt, gibt der Fahrer vor uns kräftig Gas und entschwindet unserem Blickfeld. Na geht doch.

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In Reale eingetroffen, müssen wir feststellen, dass es hier zwar kühler, dafür auch nicht mehr so sonnig ist. Vom Navi geleitet, fahren wir runter auf den Parkplatz mit Seesicht. Es hier sind nur drei Fahrzeuge abgestellt. Unseres mitgezählt. Auch kein Wunder, der Seespiegel liegt schon ganz schön tief. Da haben die Surfer wohl keine Lust ihre Ausrüstung so weit hinunterzutragen und sind zuhause geblieben.

Trotz bewölktem Himmel am Südfusse des Gran Paradiso setzen wir uns auf die Sättel unserer Fahrräder. Für eine schnelle Umsicht ist man damit einfach besser als zu Fuss unterwegs . Dem See entlang fahren wir in Richtung Talende, welches wir heute bestimmt nicht erreichen werden. Unmöglich schaffen wir die Fahrt auf 2500 Meter über Meer. Strecke zu lang und Temperatur zu kalt. Immerhin erreichen wir nach Chiapili eine Höhe von über 1800 Metern. Von hier sehen wir weit oben eines der Gebäude auf dem Colle del Nivolet.

Wir halten an. Stellen uns in den Windschatten einiger grosser Steine am Strassenrand und klauben mit steifen Fingern alle vorhandenen Kleidungsstücke aus den Rucksäcken die wir finden. Damit packen wir uns warm ein und stürzen anschliessend auf unseren Rädern in die Abfahrt. Die gar nicht so schnell wird. Der Wind drosselt von der Talsohle herauf unsere Tempo merklich. Weiter unten im Föhrenwald, im Schutz der Bäume wird die Fahrt schneller. Trotzdem können wir noch rechtzeitig anhalten. Sind nicht an einem der hier oben sehenswerten Naturwunder vorbei gesaust. Der Halt lohnt mit einem tiefen Blick in die vom Gletscherwasser ausgeschliffenen Felsformationen.

Zurück, unten am See ist es merklich wärmer. Trotzdem setzen wir uns statt vor, ins Mobil lesen und kochen ein leckeres Nachtessen.

Am nächsten Morgen bessere das Wetter. Das nutzen wir um den Stausee zu umrunden. Von der anderen Seeseite machen wir ein paar Landschaftsaufnahmen.

Am Seeende beschliessen wir nochmals weiter ins Tal hinaufzufahren um den im Führer beschriebenen Camping mit Stellplatz anzuschauen. Gestern sind wir bei bedecktem Himmel einfach vorbei gefahren.

Vor allem der Stellplatz gefällt uns. Wir können uns gut vorstellen hier hinten, mit mehr Zeit im Gepäck einige Tage bei wandern und Rad fahren zu verbringen.
Wie wir wieder bei unserem parkierten Mobil sind, verdunkelt sich der Himmel, dunkle Wolken ziehen über das Tal. Was uns wiederum veranlasst die Abfahrt vorzubereiten und bald danach durch den steilen Tunnel hinunter zum dem Talausgang zu fahren. In Ivrea rollen wir, in der Hoffnung zentrumsnah einen Parkplatz zu finden, mitten durch die Stadt. Leider tut sich trotz langsamer Fahrt keine geeignete Lücke auf.
Die Pflastersteine lassen Lassen dennoch die Blattfeder derart arbeiten, dass wir ernsthaft beginnen über eine Luftfederung für unser Mobil Fridolin nachzudenken.
Weil wir uns nicht am Stadtrand niederlassen wollen, fahren wir weiter. In Pont-Saint-Martin machen wir Halt. Der Stellplatz an der Sporthalle mag uns nicht wirklich richtig zu gefallen. Wir stellen uns trotzdem hin. Erst wollen wir uns in der Stadt umschauen, dann entscheiden.

 

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