Radtour 2013: „etwas fehlt“

Noch rasch ein Foto vom Torbogen der den Zugang zur Stadt überspannt. Es ist kalt, der Himmel bedeckt und Müller hungrig. Hier findet sich bestimmt eine warme Mahlzeit. L1070589-kopieMit Schwung lässt er das Fahrrad auf das Kopfsteinpflaster rollen, lenkt dies den Gehsteig der Hauptstrasse entlang.

Erst will er es gar nicht hören, doch das hässliche Kratzgeräusch wird von Müllers Fahrrad erzeugt. Das ändert auch nicht wie der vom Rad steigt, sich sein Vehikel gründlich anschaut, nichts findet und weiterfährt. Das Geräusch ist da, noch lauter als zuvor. Die Radtaschen werden vom Gepäckträger genommen. Jetzt wird klar wie die hässliche Musik entsteht. Dem Träger fehlt auf der Rechten Seite eine Schraube. So hängt der schief am Rad, dass das Schutzblech weggedrückt, den hinteren Pneu streift.

Müller vertieft sich in seinen bebilderten Streckenführer, findet einen Hinweis um in der Stadt einen Fahrradmechaniker um Hilfe bitten zu können. Hätte bei seinen Vorbereitungen der Müller mit aus den Gewinden gerissenen Schrauben gerechnet währen auch solche in seinem Reparaturzeug mit dabei.

Die rettende Werkstatt ist schnell gefunden. Leider geschlossen, bis 13:30 Uhr.

vor der Werkstatt
vor der Werkstatt

Der Appetit inzwischen verschwunden, setzt sich der verhinderte Strampler auf die Steinstufen vor verschlossener Tür. Als im zu kalt geworden läuft Müller ein paar Schritte die Strasse rauf und wieder runter, immer wieder auf seine Uhr schauend. Es dauert bis sich die Tür der Werkstatt öffnen wird. So studiert er die anderen Türen des Hauses, vor dem sein Fahrrad mit dem Gepäckträger dem bloss eine Verbindungsschraube fehlt, an der Hauswand lehnt. Interessant ist die Tür zur Zahnarztpraxis, an welcher ein Schild mit dem gleichen Namen wie an der Tür der Werkstatt angebracht ist. Sollte etwa der Zahnarzt auch Fahrräder flicken?

Zahn oder Fahrrad Reparaturstellen?
Zahn oder Fahrrad Reparaturstellen?

Endlich öffnet sich die Tür. Müller kann zu frieden sein, drei Minuten vor 13:30 Uhr. Schnell erkennt der Mechaniker oder doch Zahnarzt, dass Problem mit der ausgerissenen Schraube. Flux das Fahrrad auf den Brooks gestellt, Hinterrad gelöst, Kette vom Zahnkranz genommen, Rad aus der Hintergabel gehoben und weggestellt. Mit Gewindeschneider das Gewinde in Ordnung gebracht und unter wachsamen Auge vom Müller die rechte Schraube  danach auch die Linke eingedreht. Die alte Schraube auf der linken Seite sass auch nicht mehr gut in den Gewindegängen. In der Zwischenzeit hatte der Mechaniker von Müllers Fahrradkette schwarze Hände. Stifte für Stiftzähne sollt er damit keine in einen Kiefer eindrehen.

Die Glocke über der Werkstatttür bimmelt ausgiebig als eine Frau mit ihrem Mann eintritt um das wieder fahrtüchtige Rad der Frau abzuholen. Nach der Probefahrt der Frau welche zur ihrer vollen Zufriedenheit ausfiel, wollen alle Anwesenden das Woher und Wohin von Müller kennen lernen. Der gibt gerne Eindrücke vom Erlebten preis. Vier Personen schwatzen so dahin und teilen sich mit. Plötzlich sagt der Mann dessen Frau nun wieder ein fahrtüchtiges Rad vor der Werkstatt stehen hat: „Frau, du kommst zu spät zum Termin!“ „Den habe ich völlig vergessen,“ erwidert die Frau, dreht sich zum Mann mit den schwarzen Händen und verabschiedet sich bei dem mit den Worten: „Danke für die Reparatur mein Mann bezahlt, ich muss los. Grüssen sie Frau Doktor von mir.“ Die Glocke bimmelt, weg ist sie. Die beiden Männer unterhalten sich weiter derweil Müller vor der Werkstatt die Reisetaschen an sein repariertes Fahrrad hängt und nun weiss dass die schwarzen Hände keinem Zahnarzt gehören.

Gekostet hat die Reparatur 3 Euro und zum Mittagessen steckt sich Müller, Stück für Stück einen Power-Bar in den Mund. Etwas Wasser dazu, fertig die Sportlermahlzeit.

sollten nicht fehlen
sollten nicht fehlen

Nun weiss der Müller was er vor der nächsten Tour auch einpacken sollte: Verbindungselemente wie Schrauben und Muttern, dazu ein Stück Eisendraht. Ausgelernt ist nie!

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4 Gedanken zu “Radtour 2013: „etwas fehlt“

    1. Der Appetit kam abends wieder als die Schrauben den weiteren Schüttle-Rüttel-Partien standgehalten hatten.
      An die Plauderrunde erinnere ich mich sicher lange, besonders an die sächsischen Spracheinlagen die die Dame mit den beiden Herren dazwischen gaben, ich verstand kaum etwas davon.
      En Gruess vom Müller

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